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#188 Kill Bill Volume 1

©STUDIOCANAL
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Großartige Verbeugung vor dem Genre der Kung Fu Movies

 

Kill Bill Volume 1 (9/10)

 

Story:

Eine kühl wirkende Blondine (Uma Thurman) erwacht nach vier Jahren Koma im Krankenhaus. Erinnerungen voller Schmerz erscheinen in ihrem Kopf - der Tag ihrer Hochzeit ist das Letzte, woran sie sich erinnern kann. Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden, doch stattdessen endet er in einem Massaker. Ihr ehemaliger Liebhaber und Auftraggeber (David Carradine) ließ die Hochzeitsgesellschaft von seinem Killerkommando (Lucy Lui, Michael Madsen, Vivica A. Fox und Daryl Hannah) exekutieren und jagte ihr selbst eine Kugel in den Kopf. Jetzt beherrscht sie nur noch ein Gefühl: der eiskalte Rachedurst gegenüber denen, die ihr Leben zerstört haben. Sie beginnt ihren Vergeltungsfeldzug und hinterlässt über zwei Kontinente eine blutige Schneise in den Reihen ihrer Feinde.

 

Der vierte Film von Quentin Tarantino zementierte seinen Ruf nicht nur eine Modeerscheinung zu sein. Reservoir Dogs ist ein grandioses Erstlingswerk, Pulp Fiction sicherlich einer der besten Filme aller Zeiten und hat eine zahllose Anzahl an Nachahmern entstehen lassen. Dagegen fiel Jackie Brown, obwohl ich ihn mag, in der Wahrnehmung und der Klasse etwas ab.
Mit den Kill Bill Filmen konnte Quentin Tarantino seinen Ruf mehr als festigen und zeigen das er einer der größten und aufregendsten Regisseure seiner Zeit ist.

 

Volume 1 indiziert ja schon das die Geschichte hier nicht abgeschlossen wird, der Film endet quasi mit einem Cliffhanger wirkt aber in sich stimmig das das einem nicht sauer aufstößt. Dadurch das Kill Bill aufgeteilt wurde kann sich der erste Film wunderbar Zeit nehmen diese eigene Welt und ihre Charaktere vorzustellen und zu erkunden.

Es ist auch einfach ein klassischer Tarantino. Tarantino nimmt sich ein Genre vor indem er davon  klassische Elemente, Storybögen, Charaktere, Situationen, Songs aus früheren Filmen nimmt, die mit eigenen Ideen und Elementen anreichert und daraus etwas ganz eigenes entstehen lässt. Das gelingt ihm vor allem in diesem Film, einfach hervorragend.

Der Einstieg in den Film (war wohl eine Idee von Uma Thurman) ist bereits hervorragend und auch die Szene bzw. der Kampf mit Vivica A. Fox bringt einen direkt in die richtige Stimmung und zeigt was man vom Film erwarten darf und soll.

 

Eine verschachtelte Erzählweise mit Zeitsprüngen ist für Tarantino ja üblich, hier experementiert er noch mit Schwarz Weiß Bildern und selbst Manga/Anime Einschüben. Hier zeigt sich auch das Genie dieses Mannes, dass sich am Ende alles wunderbar zusammenfügt und stimmig wirkt. Bei ihm wirkt das stimmig, bei Nachahmern einfach zerfahren.

 

Highlight ist definitiv der Showdown im Restaurant mit den Wilden 88. Der Endkampf ist aufgebaut wie ein klassisches Videospiel. Zuerst etwas Vorgeplänkel, dann ein Zwischen Bosskampf (gegen den persönlichen Bodyguard), dann die wilden 88 + der Anführer und ganz zum Schluss kommt der Endgegner. Das ist alles grandios choreographiert, extrem blutig, wird visuell immer wieder aufgepeppt damit keine Langeweile aufkommt und einfach verdammt stark umgesetzt.
Das alles in einem knallengen gelben Outfit was nicht ganz zufällig an Bruce Lee erinnert.

Wo wir bei extrem blutig sind, das ist einfach eine Sache die mich in ziemlich jedem Tarantino Film mit hohem Blutzoll nervt, diese ewigen Blutfontänen, das ist für mich zu übertrieben und reißt mich aus dem unmittelbaren Geschehen immer wieder raus.

 

Die Charaktere sind wieder mal herrlich verschroben, originell, überzeichnet aber definitiv einzigartig. Sei es Daryl Hannah mit ihrer Augenklappe, der Scheriff oder der perverse Krankenpfleger, in dem Film hat irgendwie jeder einen Schaden.

 

Getragen wird der Film definitiv von Uma Thurman, die in ihrer Rolle total aufgeht. Es gibt schon einen Grund das der Name Uma Thurman für immer mit den FIlmen Kill Bill und ihrer Rolle verbunden sein wird. David Carradine als Bill sieht man nie wirklich, nur die Stimme und z.B. seine Hände. Auch Michael Madsen sieht man nur am Rande.

Lucy Lui, Vivica. A Fox sind gut besetzt, Michael Parks darf auch als Sheriff nicht fehlen und es macht einfach Spaß ihn zu sehen.
Sonny Chiba, als Verneigung vor dem Genre, wurde auch eine Rolle auf dem Leib geschrieben und wertet den Film mit seiner Präsenz sehr auf.

 

Fazit: Ein ästhetisches Meisterwerk, eine Verbeugung vor den Shaw Filmen. Grandios umgesetzt, toll gespielt und erzählt, mit wunderbaren kreativen Einschüben. Alleine die übertriebenen Blutfontänen stören mich mal wieder.