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#628 Cash Truck

©Studiocanal
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Endlich mal wieder ein Männerfilm!

 

Cash Truck (8/10)

 

Story:

Der verschlossene Einzelgänger „H” (Jason Statham) nimmt einen Job bei einer Geldtransporter-Firma an, die jede Woche hunderte von Millionen Dollar durch Los Angeles fährt. Gleich bei seinem ersten Einsatz wird der Geldtransport überfallen und zur Überraschung seiner Kollegen setzt H die Gangster im Alleingang außer Gefecht und wartet mit ungeahnten Präzisionsfähigkeiten auf. Doch H’s Absichten sind nicht zu durchschauen und kommen nur schrittweise ans Licht. Wer ist der geheimnisvolle Neuzugang und auf wen hat er es wirklich abgesehen?

 

Statham und Ritchie, da klingelt es doch oder? Ja klar, beide starteten ihre Karrieren quasi zusammen. Bube, Dame, König, Gras und Snatch waren ihre ersten Filme und beides große Erfolge die ihre Karriere starteten. Nach Revolver (2004), der nicht mit den ersten beiden Filmen mithalten konnte, haben die beiden mehr als 15 Jahre unabhängig voneinander ihre Karrieren fortgeschrieben.

Ritchie wurde zu einem der einflussreichsten Regisseure Hollywoods, bei dem sich Hits (Aladdin, Sherlock Holmes) mit Flops (King Arthur) abwechseln. Statham wurde zum Leuchtfeuer der Actionfront der aber inzwischen auch schon über 50 ist. Durch die Expa Filme oder die Fast and Furious Reihe hat er auch einige Blockbuster auf seiner Visitenkarte.

Nach mehr als 15 Jahren arbeiten die beiden hier zum ersten mal wieder zusammen und Ritchie hat sich den perfekten Stoff für Statham ausgesucht. Cash Truck ist ein Remake einen französischen Films und spielt extrem mit den Stärken von Statham. Statham hat einen markanten Schädel, ein ausdrucksstarkes Gesicht und kann den knallharten Typen einfach besser darstellen als so ziemlich jeder andere.

 

Er guckt eigentlich die ganzen beiden Stunden grimmig und böse und mäht sich als zwielichtige Gestalt (in der ersten Hälfte ist es noch unklar wie die ganze Story zusammenspielt und was er für ein Charakter ist) durch eine Reihe von Menschen. Es ist tatsächlich eine Freude ihm dabei zuzusehen. Perferkter Stoff für ihn!

 

Man traut es sich ja kaum zu sagen, aber vor allem in der heutigen Zeit ist so ein "Männer" Film eine willkommene Abwechslung. Die Charaktere erinneren einen an die Filme der 80er. Der Film ist grob und aggresiv, nimmt keine Gefangenen und ist schlussendlich, ein sehr gut gemachter und stringenter Rachefilm. 

Das kann man kritisieren und sagen das die Charaktere flach sind oder manche Charaktere keine Backstory bekommen oder wenig Empathie aufgebaut wird oder man kann es machen wie ich und einfach genießen! Als Gegenentwurf zum aktuellen Mainstream.

 

Vor allem die erste Hälfte des Films ist richtig, richtig stark. So lange das ganze etwas nebulöser ist, also wie alles zusammenhängt, macht der Film richtig Spaß. Danach baut er etwas ab, er wird in den nebenstories etwas fahrig, aber der Film ist immer noch auf einem richtig guten Level, aber nicht mehr so überragend. Es wird mit längeren Rückblenden gearbeitet, was mich hier überhaupt nicht gestört hat, ich finde das hat sich gut in den Rest des Film eingefügt und der Film hat einen mehr als ordentlichen Flow.

Ich verstehe aber wenn jemand sich daran stört das im zweiten Teil aus mehreren Blickwinkeln auf die Geschichte geschaut wird und vor allem der Teil der Räuber wirkt etwas unrund und bissl unpassend zum Rest des Films. Das sind aber die einzigen Längen die man im Film vielleicht finden kann.


Neben Statham hat Ritchie hier ein richtig guten Cast zusammengestellt. Scott Eastwood sollte mehr und größere Rollen bekommen, der hat Ausstrahlung und erinnert mich einfach immer mehr an seinen Vater (ohne die Klasse zu erreichen, ist seine Präsenz dennoch ordentlich und die Erinnerung an seinen Vater macht Spaß). Der Mann hat ordentliches Potenzial. Jeffrey Donovan und Holt McCallany sehe ich einfach immer gerne, die beiden bringen Gravitas mit. Ohne viel Backgroundstory, bringen sie ihre Charaktere zum Leben.


Was ist nur aus Josh Hartnett geworden? Es hat mich überrascht Hartnett hier zu sehen. Sicherlich etwas vom großen Radar abgetaucht, darf man nicht vergessen das der mal auf dem Weg zum Mega Star war (Pearl Harbor anyone, vor bereits 20!!! Jahren). Der ist Anfang 40 und sieht weiterhin aus wie 30. Die Rolle fordert ihm nicht wirklich extrem viel ab, aber er macht das ordentlich und hat ein paar gute Zeilen aus dem Drehbuch bekommen.

Eddie Marsan und Andy Garcia sind als Nebendarsteller kaum gefordert, aber ergänzen den mehr als ordentlichen Cast. Niamh Algar ist die einzige Frau die im Cast etwas mehr Raum bekommt und sie macht das gut, sticht aber kaum heraus. 

Schlussendlich ist das vor allem die Show von Statham, der klar im Mittelpunkt steht und auch wenn die anderen Charaktere (Eastwood/Donovan/McCallany) etwas Raum bekommen, steht und fällt doch alles mit Statham und er gibt hier ganz klar das Tempo vor.


Ich mag den Look des Films, kühl und grimmig. Bis auf kleine Ausnahmen hält sich Ritchie auch mit seinen Spielereien zurück und er konzepiert den Film ruhig und schon beinahe etwas zurückhaltend. Die Figur von Statham ist das Zentrum, die Story ist eher Mittel zum Zweck ist aber gut und spannend umgesetzt. Auch die Musik passt zum Film und beim Einsatz von Johnny Cash, da hatte ich doch echt ein Lächeln auf dem Gesicht.

Was ich extrem erfrischend finde, der Film verzichtet beinahe gänzlich auf Humor! Inzwischen ist beinahe alles Tongue in Cheek und immer muss ein flapsiger Spruch dazwischen sein, hier nicht und auch das ist einfach eine mehr als willkommene Abwechslung. Das ganze ist furztrocken und ernst.


Bei der Action bekommt man das was man von Statham erwarten darf. Deftige Action, schön auf die Neun. Das Feuergefecht im Depot macht Spaß, ist wahrscheinlich auch das Highlight des Films, aber irgenwie fehlt das eine, herausstechende Highligt. Ein Highlight das den Film noch einmal auf ein anderes Level hievt. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Der Bodycount ist mehr als ordentlich, hier türmen sich die Abgänge-


Das Ende ist konsequent und passt zum Film. Das einzige was mich beim Film gestört hat, ist das CGI Blut. Leute bei einem solchen, ordentlich oldshooligen Rache Actioner, arbeitet bitte mit Filmblut. Das hat mich hier und da etwas rausgerissen. 

Fun Fact:
Post Malone hat einen kurzen Auftritt als Gangster.

Fazit: Ein herrlich grimmiger, gnadenloser, einfacher, altmodischer und aggressiver Rache Film. Statham ist perfekt besetzt und auch der restliche Cast ist mehr als ordentlich. In der heutigen Zeit sind solche Filme schon eine mehr als willkommene Abwechslung.