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#12 Sniper

© Eurovideo
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Uncut ist das ein Klasse Film. Eher ein psychologischer Thriller als ein reiner Actionfilm!

Sniper –Der Scharfschütze (8/10)

Story:
Sergeant Tom Beckett (Tom Berenger) ist der beste Scharfschütze der amerikanischen Regierung. Seine Zielpersonen sind Drogendealer, Rebellen und abtrünnige CIA-Söldner. Gerade von einem tödlichen Einsatz zurück, erhält er einen neuen Auftrag im Dschungel Panamas. Er soll den kaltblütigen Drogenboss Alvarez und seine Bande liquidieren. Der neue Mann an seiner Seite ist Richard Miller (Billy Zane), ein Grünschnabel ohne Kampferfahrung. Ihr Verhältnis ist von Anfang an gespannt. Als Miller versagt und sie beide in Lebensgefahr bringt, kennt der Sniper keine Gnade mehr.

Tom Berenger hat den großen Durchbruch irgendwie nie richtig geschafft.
Vor allem in den 80ern war er eigentlich prädestiniert für eine große Karriere, aber Platoon (1986, inklusive Oscar Nominierung als bester Nebendarsteller) bleibt weiterhin sein größter Erfolg.
Bis Anfang / Mitte der 90er hatte er noch einige gute Erfolge und Rollen (Indianer von Cleveland 1&2, Möderischer Vorsprung) bevor er doch auch wie viele andere in die Vielfilmerei abdriftete.
Um das neue Jahrzehnt hatte er noch einige größere Auftritte (Inception, Faster) bevor er wieder vornehmlich im B und C Sumpf verschwand.

Billy Zane hat ein ähnliches Schicksal. Bei Sniper stand er hingegen noch eher am Anfang seiner Karriere. Noch mit vollem Haar und sehr schlank war er noch recht unbekannt beim Dreh vom Sniper. Mit dem Phantom und vor allem mit seiner Rolle in Titanic ging man davon aus das er eine große Karriere hinlegen würde, nur für ihn ging es eigentlich von da an nur noch bergab und auch ihn findet man vornehmlich in B und C Filmen wieder.

Was man beiden aber lassen muss, richtig gefordert sind dass beide wirklich gute Schauspieler!
In diesem Film ist das von entscheidender Bedeutung. Berenger überzeugt als schroffer, knallharter Army Veteran, der außer der Profession als Scharfschütze nicht viel in seinem Leben hat.
Zane ist als jünglicher Schnösel, ohne wirkliche Kampferfahrung super gecastet. Was mir hier sehr gut gefällt ist die differenzierte Darstellung der beiden Charaktere, die Hauptsympathie gehört Berenger, aber beide Charakter sind eher grau und haben positive sowie negative Seiten.
Für einen Actionfilm Anfang der 90er sind die Charaktere wirklich überraschend vielseitig.

In den ersten zwei Dritteln fokussiert sich der Film sehr auf die beiden Charaktere und die Spannungen untereinander die sich immer weiter hochschaukeln.
Im dritten Abschnitt wird der Action Teil dann deutlich erhöht.
Alle anderen Darsteller sind nur Beiwerk. J.T. Walsh (ein toller Darsteller) ist gefühlt nur eine Minute im Film zu sehen.

Regisseur des Films ist Luis Llosa der nach Sniper (für mich sein bester Film) noch the Specialist (mit Sly und Sharon Stone, ein unterhaltsamer Film und zu Unrecht gescholten) und Anaconda gedreht hat. Seither ist er vor allem als Produzent unterwegs. Er hat definitiv ein Auge für Actionszenen und ein Gespür dafür Spannung und Action zu inszenieren.

Der Film zieht die Spannungsschraube auch konsequent immer weiter an. Aus einer relativ stringenten Mission versteht es der Film durch ein paar Kniffe doch die ein oder andere zusätzliche Wendung und Actionszene einzuschieben, ohne dass sich der Film künstlich in die Länge gezogen fühlt.
Der Dschungel als Location eignet sich auch wunderbar dafür die Charaktere zu isolieren und an ihre körperlichen Grenzen zu bringen.

Bis auf das letzte Drittel fokussiert sich der Film vor allem auf die Psychologie und die Gegensätze der Charaktere. Die Gefechte sind dabei sehr realitätsnah und trotzdem aufregend inszeniert. Nur im letzten Drittel verlässt der Film diesen Pfad und wird deutlich actionlastiger.
Bis dahin sind die Tötungen eher sparsam und effektiv gesetzt, dann wird es etwas inflationärer was etwas schade ist. Dann verfällt der Film doch in die gängigen Actionkonventionen und verliert viel von der Tiefgründigkeit der ersten zwei drittel.

Positiv erwähnen sollte man die praktischen Effekte die damals eingesetzt wurden. Da waren die Schusswunden noch handgemacht und nicht mit CGI.

Was absolut bemerkenswert ist, dass der Film bald seine sechste! Fortsetzung erhält.
Beide Schauspieler hat es durch das eine oder andere Beschäftigungsloch geholfen.

Sniper 2 (2003) Tom Berenger
Sniper 3 (2004) Tom Berenger
Sniper Reloaded (2011) Billy Zane und der Filmsohn von Tom Berenger (wird nur erwähnt) Chad Michael Collins als Sohn und neuer Hauptdarsteller
Sniper Legacy (2014) Tom Berenger und Chad Michael Collins
Sniper Ghost Shooter (2016) Billy Zane und Chad Michael Collins (Tom Berenger nur erwähnt)
Sniper Homeland Security (2017) hier sollen dann mal alle drei zusammen mitspielen was das erste erneute Aufeinandertreffen von Berenger und Zane darstellen würde.

Fazit: Ein leider doch recht unbekannter Film (bzw. ein recht unbekanntes Franchise).
Der Film ist sehr spannend, tiefgründiger als gedacht und macht vieles richtig!

 

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