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#489 Freies Land

©Eurovideo
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Felix Kramer ist eine Wucht!

 

Freies Land (7,5/10)

 

Story:
Nachdem 1992 in der Oderregion zwei Schwestern auf einmal spurlos verschwunden sind, werden die beiden grundverschiedenen Ermittler Markus Bach (Felix Kramer) und Patrick Stein (Trystan Pütter) nach Ostdeutschland geschickt, um das vermeintliche Verbrechen aufzuklären. Für die Dorfbewohner ist der Fall klar: Die Mädchen sind Hals über Kopf in den Westen abgehauen. Wie die beiden Kollegen schon bald feststellen, geht das Leben in den abgelegenen Winkeln Deutschlands seinen eigenen Weg. Bach und Stein wundern sich darüber, dass sich niemand um die verschwundenen Geschwister Sorgen macht und keiner mit ihnen über den Fall reden will. In dem verschworenen Örtchen kämpfen sie sich fortan durch einen Morast aus Lügen und Intrigen.

 

Christian Alvart ist sicherlich einer der interessantesten und besten deutschen Regisseure der letzten Jahre! Man denke nur an Antikörper, Pandorum oder Dogs of Berlin. Er hat zwar auch Filme wie die Til Schweiger Tatorte gemacht, aber für das deutsche Genre Kino hat er einen immensen Beitrag geleistet.

 

Bei Freies Land handelt es sich wohl um ein relativ nahes Remake eines spanischen Films, nur Setting und die Rahmenbedingungen wurden in den Osten kurz nach der Wende verlegt. Da ich das spanische Original nicht kenne, kann ich und will ich gar keinen Vergleich zeihen.

 

Der Film ist relativ slow burn, aber er baut seine Atmosphäre sehr schön auf. Die trostlose Atmosphäre einer Kleinstadt im Osten, in einem Teil in dem sich die Hoffnungen nicht erfüllt haben bildet eine wirklich passende Atmosphäre für diesen Thriller. Die Story hat jetzt nicht so viele Wendungen, das ich die Story als Besonders bezeichnen würde, aber die Atmosphäre ist definitiv wichtiger.

Neben der Atmosphäre sind aber vor allem die Darsteller, bzw. einer das Highlight des Films. Trystan Pütter gibt den versnobten Westler, der sich als etwas besseres sieht. Ihm gegenüber bleibt man irgendwie kalt, man mag ihn einfach nicht und obwohl er der nettere Ermittler ist ist er einfach unsympathisch.

 

Ihm gegenüber steht Felix Kramer, von dem ich ein richtiger Fan geworden bin. Das ist einfach beeindruckend. Er spielt einen eigenwilligen, brodelnden, trotzdem sympathischen, irgendwie schrägen Ost Kommisar. Innerhalb der Story erfährt man mehr über seinen Hintergrund und sollte ihn eigentlich nicht mögen, aber er bleibt der Sympathieträger in einem Film ohne wirkliche Sympathieträger. Er erinnert mich in der Wucht die er entfalten kann und seiner Wandlungsfähigkeit an Götz George.

 

Dieses Niedergeschlagene, verlassene, trostlose wird verstärkt durch die Brutalität. Nicht das hier Leute gefoltert werden, aber wenn jemand verletzt wird oder wenn es eine Leiche gibt, dann hält sich der Film nicht zurück sondern geht dann in die Vollen. Insgesamt schafft der Film es einfach einen zu packen und zu beschäftigen. Der Film hat bei mir schon einen gewissen Nachhall hinterlassen. 

Insgesamt ein sehr interessanter Film, schöne Atmosphäre, mit der Wendezeit, der Trostlostigkeit und Kapitalisten Heuschrecken wird ein interessanter Hintergrund geboten. Alles ist gut gefilmt, gut erzählt und Felix Kramer ist eine verdammte Wucht. Sehenswert und empfehlenswert!

 

Fazit: Freies Land zeigt mal wieder was für ein talentierter Regisseur Christian Alvart ist. Die Atmosphäre braucht sich definitiv nicht zu verstecken und Felix Kramer ist einfach eine Wucht. Ein sehr guter Thriller der zeigt das Deutschland deutlich mehr kann als Komödien.

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