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#99 Caboblanco

©Evolution Entertainmen
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Ein untypischer Bronson!

 

Caboblanco (6,5/10)

 

Story:

1949 an der peruanischen Küste in Caboblanco. Hier hat sich der Amerikaner Giff Hoyt (Charles Bronson) nach Kriegsende niedergelassen und eine Bar eröffnet. Eines Tages kommt eine junge Französin (Dominique Sanda) nach Caboblanco und sucht Ihren verschollenen Geliebten und zum anderen aber sucht Sie nach dem Nazi-Gold im Wert von über 20 Millionen US-Dollar, das sich an Bord des gesunkenen Schiffes ihres Geliebten befand. Auch andere jagen nach dem kostbaren Wrack: der britische Geheimdienst sowie der flüchtige Ex-Nazi Gunther Beckdorff (Jason Robards), der den korrupten, lokalen Polizei Chefs Captain Terredo (Fernando Rey) in der Tasche hat.

 

Caboblanco von 1980 ist sicherlich ein untypischer Bronson Film. Hier wird wenig geschossen und geprügelt, eher ein Abenteuerfilm der mehr von den Charakteren und vor allem von der Kulisse lebt.

Der Film markierte die dritte Zusammenarbeit zwischen Charles Bronson und Regisseur J.Lee Thompson (am Ende kamen sie auf 9) und die letzte vor den berühmten Cannon Jahren.

 

Caboblanco wird manchmal als Remake von Casablanca angesehen oder beschrieben, aber das ist sicherlich etwas zu weit hergeholt. Ja man hat sich daran orientiert, auch an Charakteren und es gibt deutliche Einflüsse. Es als Remake zu bezeichnen führt aber zu weit. Auch die Klasse von Casablanca erreicht der Film erwartungsgemäß nicht.
Dass macht den Film aber nicht schlecht, auf seine Art weiß der Film zu überzeugen.

 

Im Vergleich zu Love and Bullets / Ein Mann räumt auf, einer weiteren Independent Produktion mit Bronson um diese Zeit ist Caboblanco doch deutlich besser gealtert. Das liegt zum einen am Setting (es wurde in Mexiko gedreht), dass exotisch wirkt, das schöne Bilder transportiert und ein Gefühl von Abenteuer verbreitet, aber auch an der unterhaltsameren Geschichte, besseren Dialogen und vor allem besseren Darstellerleistungen.

 

Bronson weiß zu gefallen / überzeugen in dieser etwas mysteriösen Rolle. Er ist mehr als der reine Rächer sondern kann auch seine, durchaus vorhandene, charmante Seite ausspielen.
Jason Robards (zweimaliger Oscar Preisträger) sowie Fernando Rey waren einfach verdammt gute Schauspieler und wissen zu überzeugen und haben auch bemerkbar viel Spaß an ihren Rollen. Alleine Dominique Senda ist dann doch eine Fehlbesetzung. Sie spielt sehr mechanisch und zwischen ihr und Bronson entsteht keine Chemie.

 

Wie gesagt auf große Actionsequenzen oder klassische Bronson Rächer Momente muss man verzichten, aber der Film ist deshalb nicht langweilig. Er ist straff inszeniert (ca. 90 min), es soll wohl eine 2 Stunden Fassung existieren. Hier wäre eine Sichtung mehr als interessant, fühlen sich doch einige Szenen und Entwicklungen recht gehetzt an und vor allem zum Schluss hätte etwas mehr Aufbau doch nicht schaden können.

 

Etwas mehr Aufbau und etwas mehr Action bzw. Spannung, dann wäre der Film noch besser geworden. So enttäuscht das Finale doch ein wenig und wirkt doch arg zusammengeschustert (Was natürlich daran hängen kann, dass während der Produktion das Drehbuch immer wieder von mehreren Seiten verändert wurde).

 

Der Film ist zu Unrecht so unbekannt stellt er doch ein interessantes Werk im Schaffen von Charles Bronson dar und ist handwerklich sehr gut gemacht.

 

Fazit: Untypischer Bronson. Eher ein Ensemblefilm. Schöpft nicht ganz die Möglichkeiten aus, ist aber durchaus unterhaltsam. Es wäre spannend die zwei Stunden Fassung zu sehen.

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