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#380 Donnybrook

©Koch Media
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Ein Film über Abgründe

 

Donnybrook (6,5/10)

 

Story:

Ex-Marine `Jarhead‘ Earl (Jamie Bell) ist bereit, alles zu tun, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Der psychopathische Crystal Meth-Dealer Angus (Frank Grillo) hinterlässt eine Spur des Todes, wo auch immer er auftaucht. Und seine geheimnisvolle Schwester Delia hat nichts mehr zu verlieren. Die Wege dieser drei Menschen kreuzen sich beim jährlich statt findenden illegalen Bare-Knuckle-Fight Donnybrook. Auf dessen Sieger wartet ein Preisgeld von 100.000 Dollar und ein besseres Leben. Und auf den Verlierer der Tod.

 

Donnybrook ist ein düsterer Film, wer gute Laune haben will der sollte sich den nicht anschauen. Hier wird ein düsteres und trostloses Bild der White Trash Gesellschaft gezeichnet. Hier geben sich zerstörte und abgekämpfte Gestalten die Klinke in die Hand.

 

Es gibt auch keinen wirklichen Sympathieträger. Zwar folgt man Jamie Bell und er ist eigentlich ein ordentlicher Lead, aber für mich stellt sich hier die Frage, ob man ihn mag weil er ein so guter und nachvollziehbarer Charakter ist oder weil Frank Grillo im Gegensatz so abgrundtief böse ist.

 

Grillo ist als psychopathischer Drogendealer eine Wucht. Er wird auch als das personifizierte Böse in Szene gesetzt, der Mann kennt keine Moral oder Skrupel. Gegen Ende wird mir das etwas zu überdreht, wo liegt da denn noch seine persönliche Motivation?  

Auch die anderen Charaktere lassen einen überraschend kalt bzw. stoßen einen eher ab als das Sie einen emotional berühren.

 

Der Film ist vorhersehbar, man kann sich nach 5 Minuten denken wohin die Reise zum Schluss gehen wird. Es gibt zwar ein paar kleinere Überraschungen oder Abgründe die ich so nicht erwartet hätte, aber ansonsten geht das stringent auf die Konfrontation zu.

 

Der Film ist schön in Szene gesetzt. Man merkt das sich Regisseur und Kameramann ordentlich ausgetobt haben und jedes Bild individuell und bildgewaltig umsetzten wollten, da gibt es ein paar Sequenzen im Wald die sind unheimlich atmosphärisch. Leider erreichen die Story und die Dialoge nie die Wucht der Bilder.


Der Charakter des Scheriffs (James Badge Dale) wirkt irgendwie verloren und antizyklisch, hätte man ihn entfernt, dann hätte der Film eine knappe Laufzeit von 90 Minuten, die für diesen Film vollkommen ausreichend gewesen wäre. Den auch wenn der Film visuell mehr sein möchte, so ist er von der Story und der Auseinandersetzung mit Ihren Charakteren nicht wirklich etwas außergewöhnliches.

 

Der Film ist brutal, aber nicht effekthascherisch, der Film ist einfach realistisch blutig und hart. Wer hier einen Actionreißer und Klopper erwartet, der wird enttäuscht werden. Der Film ist ein Slow Burner, er braucht bis er in die Gänge kommt. Das titelstiftende Donnybrook geht eigentlich erst in den letzten 15 Minuten los.

Hier ist nicht wirklich etwas choreographiert oder für Actionfreunde in Szene gesetzt, das ist einfacher und verzweifelter Überlebenskampf. Auch die finale Auseinandersetzung ist zügig und überraschend zu Ende (ein wenig mehr Zeit hätte man sich ruhig nehmen können). Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Auch hilft nicht, dass man eigentlich permanent den Eindruck hat das Frank Grillo (in beeindruckender Verfassung) Jamie Bell lebendig auffressen kann.

 

Fazit: Donnybrook ist kein Gute Laune Film. Der Film ist dreckig und düster (trotzdem schön gefilmt) und schaut tief in die Abgründe des White Trash. Zu einem Klassiker fehlt es jedoch an Tiefe und Emotionalität, der Film wirkt recht kalt.

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