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#720 Frankensteins Fluch

©‎Hansesound
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Der Beginn von Hammer Horror!

 

Frankensteins Fluch (8/10)

Story:
Einen Toten zum Leben erwecken, das ist der Traum, den Dr. Frankenstein (Peter Cushing) zusammen mit seinem Assistenten Paul erreichen will. Mit Leichenteilen, die sie vom Friedhof stehlen, und mit der Elektrizität eines Blitzes soll dies verwirklicht werden. Tatsächlich gelingt das Meisterstück, doch die ins Leben zurückgekehrte Kreatur (Christopher Lee) ist ein unberechenbares Wesen und wird schon bald zur großen Gefahr, nicht nur für Dr. Frankenstein und Paul...

 

Frankensteins Fluch von 1957 ist der erste Frankenstein Film von Hammer (was auch eine eigene Reihe nach sich zog, 7 mal war Cushing als Frankenstein zu sehen) und enstand ein Jahr vor dem nächstem Hammer Meilenstein: Dracula. Diese beiden Filme sich waschechte Meilensteine und führten zum Erfolg der Hammer Studios und verhalfen auch dem (grusel) Horror Genre wieder auf die Beine. Nach dem Höhepunkt in den 30ern bis Anfang der 40er (mit den legendären Universal Produktionen) war es um den klassischen Horror nicht mehr so gut bestellt.

Der Film war ein gigantischer Erfolg in England, obwohl er von Kritikern (damals wie heute, kaum Liebe für Genre Filme) nicht sehr geliebt wurde, war er für lange Zeit einer der erfolgreichsten britischen Produktionen aller Zeiten. Mit diesem Film begann der Hammer Horror. Zwar gab es die Filmschmiede schon vorher, aber hiermit wurde der Grundstein gelegt für die Filme mit denen man Hammer auch einige Jahrzehnte später noch in Verbindung bringt.

 

Es war auch nicht nur der erste Frankenstein Film in Farbe (sowie der erste Hammer Studio Film in Farbe), nein es war auch der erste, gemeinsame Leinwandauftritt (also beide in der gleichen Szene) von den Schauspiel- Hammer- Horror- Legenden Christopher Lee und Peter Cushing. Der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit und einer Freundschaft die erst durch den Tod von Cushing ihr Ende nahm.

Alleine schon dafür, das der Film den Durchbruch von 3! Personen darstellte, ist der Film besonders wertvoll. Es war Cushings erste Hauptrolle, Lee hatte seinen bis dato größten Auftritt (danach getoppt von Dracula) und Terence Fisher der Regisseur war hier sowie bei Dracula an der Spitze der Produktion.

 

Also unglaublich viele Weichen die dieser Film gelegt hat, aber auch als Film selber funktioniert der Streifen immer noch. Natürlich ist das Wohlfühlgrusel und kann mit neuen Produktionen im Thema Angst machen nicht mithalten, aber man muss den Zeitpunkt der Entstehungsgeschichte im Auge behalten.

Dafür verströmt der Film die klassische Hammer Atmosphäre, die Farben, die Musik, die Sets, das alles gibt einem ein wohliges Gefühl, wohliges schauern halt, Wohfühl Grusel eben.

Den Kniff eher den Baron mehr in den Mittelpunkt zu stellen, als das Monster funktioniert überraschend gut, was vor allem an der grandiosen Leistung von Cushing liegt. Er zeigt einige Facetten und eine tolle Bandbreite seines Könnens. Er kann charmant, manipulativ (vor allem in den Szenen mit dem Hausmädchen), manisch und auch voller Angst darstellen und gibt dem Baron mehr Facetten als man von einem Horrorfilm erwarten dürfte. Irgendwie findet man ihn sympathisch, man mag halt Cushing und trotzdem gönnt man dem Baron sein Ende (auch wenn das ja nicht gezeigt wird und so den Raum für die Fortsetzungen offen hält).

Christopher Lee hat als Monster keine Dialoge, spielt aber mit seiner (eingeschränkten) Mimik und mit seinem Körper und holt das Maximum raus. Er spielt das mehr als erinnerungswürdig, eine beeindruckende Performance.

 

Auch die Maske von Lee weiß zu überzeugen, deutlich anders als die Maske von Karloff, sticht sie dadurch heraus und wirkt selbst ordentlich gruselig. 

Der Film funktioniert aufgrund der Darsteller, der Atmosphäre, der guten Umsetzung der Geschichte (schön dicht und kompakt) und man kann hervorragende 80 min mit diesem Film verbringen.

 

Interessante Side Note: der Darsteller des Paul (Robert Urquhart) war so unzufrieden, ja anscheinend angewiedert vom Film das er danach nie wieder einen Horror Film und vor allem keinen Hammer Film mehr gedreht hat. Leider, der Mann spielt seine Rolle mit ordentlich Charisma.

 

Fazit: Ein Jahr vor Dracula schuf Hammer mit Frankensteins Fluch einen Meilenstein. Lee, aber vor allem Cushing sind überragend. Ein atmosphärisches Stück Filmgeschichte, das alles beinhaltet für das man Hammer liebt.

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