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#176 Das Raubtier

©Schröder Media
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Die erste Hauptrolle von Charles Bronson!

 

Das Raubtier (6/10)

 

Story:

Chicago in den 30'er Jahren: Der berühmt-berüchtigte Bankräuber George R. Kelly (Charles Bronson), wegen seinem Thompson-Maschinengewehr stets Machine-Gun genannt, und seine noch grausamere Freundin, die Krankenschwester Florence Becker - genannt "Flo" (Susan Cabot) entführen gemeinsam mit ihrer Gang ein Mädchen, um ein Lösegeld zu erpressen. Doch dieser Plan ist der Anfang von Kellys Untergang...

 

Dieser Film mit Charles Bronson entstand bereits 1958 unter der Regie des legendären Roger Corman. Der Film stellte auch gleichzeitig den ersten Gangsterfilm von Roger Corman dar. 
Was soll man zu Roger Corman noch sagen, der Mann ist eine lebende Legende mit über 400 Einträgen als Produzent in imdb. Er ist sicherlich einer der größten, einflussreichsten und bekanntesten Produzenten in Amerika. Mit seinen günstigen, schnell abgedrehten Independentproduktionen hat Corman nicht nur Geschichte geschrieben sondern auch einer großen Menge von Regisseuren und Darstellern, die inzwischen selber Legenden sind, zum Durchbruch verholfen: Jonathan Demme, Francis Ford Coppola, Sylvester Stallone, Martin Scorsese, James Cameron und Jack Nicholson. Er hat nicht umsonst einen Ehrenoscar erhalten.

 

Charles Bronson war zu Beginn der Dreharbeiten bereits 36 Jahre alt. Das war 10 Jahre vor seinem endgültigem, großen Durchbruch als Hauptdarsteller in Spiel mir das Lied vom Tod. Er ist wie geschaffen für solche Rollen. Er hat eine starke physische Präsenz quasi wie ein Raubtier, dazu sein hartes Gesicht, er wirkt alleine schon wie ein Gangster. Er schafft es das brodelnde Tier und die extremen Stimmungswechsel von Machine Gun Kelley sehr überzeugend rüber zu bringen. Gleichzeitig lacht er, flirtet, etwas was man in späteren Filmen nicht mehr von ihm sehen sollte.


Der Film wurde in ganzen 8!!! Tagen abgedreht. Roger Corman wurde bekannt und berühmt dafür immer im Budget und Zeitplan zu sein. Das erklärt auch das man in einigen Sequenzen zu Beginn das Gefühl hat das das Auto immer die gleichen Straßen durchquert. Positiv ist hingegen das der Film doch wertiger aussieht als er wohl am Ende war und der Film doch ein passables Abbild der Epoche wiedergibt in der er spielen soll. Auch die gute Kameraführung und die Musik führen dazu das der Film stärker wirkt als er eigentlich mit dem Budget von 100.000 sollte.


Den Film darf man natürlich nicht mit aktuellen Sehgewohnheiten bewerten, der Film hat ja schon gute 60 Jahre auf dem Buckel. Wer einen Actionfilm erwartet wird sicherlich enttäuscht werden, hier stehen eher die Charaktere und das Psychogramm eines Gangsters im Vordergrund. Die Schwarz Weiß Produktion ist sicherlich in der Hinsicht außergewöhnlich das keiner der Protagonisten wirklich als Sympathieträger taugt. Vor allem Charles Bronson wirkt eher wie ein Tier als ein Mensch und zeigt kaum menschliche Regung, außer Angst vor dem Tod und Wut wenn er sich nicht ernst genommen fühlt. 

Schauspielerisch wird er beinahe von Susan Cabot an die Wand gespielt. Ihre Florence Becker steht Bronson kaum in etwas nach. Sie wirkt verrucht, erotisch, beinahe liebenswürdig aber besitzt bodenlose Abgründe.

Der Film ist keine wirkliche Biografie eher eine Interpretation der Lebens von Machine Gun Kelley. Er wird definitiv nicht glorifiziert sondern eher als impulsgesteuerter und von seiner Freundin manipuliertes Tier dargestellt der von Raub zu Raub auf der Suche nach Ruhm ist und dabei sein eigenes Können und sich selber maßlos überschätzt um am Ende wegen seiner Arroganz fällt.

 

Fazit: Eine historische Produktion. Die erste Hauptrolle von Bronson und das unter dem legendären Roger Corman. Der Film ist an sich sicherlich kein Meisterwerk, aber ein interessantes Stück Filmgeschichte mit einem Bronson dem man das Raubtier wirklich abnimmt.