· 

#186 Independence Day: Wiederkehr

©20th Century Fox Home Entertainment
©20th Century Fox Home Entertainment

Seelenloses Effektspektakel!

 

Independence Day: Wiederkehr (4/10)

 

Story:

Mit Hilfe der Alien-Technologie haben die Nationen der Welt gemeinsam ein gigantisches Abwehrprogramm entwickelt, um die Erde zu schützen. Aber nichts kann uns vor der hochentwickelten und nie dagewesenen Stärke der Aliens bewahren. Lediglich durch den Einfallsreichtum einiger mutiger Männern (unter anderem Jeff Goldblum und Liam Hemsworth) und Frauen (unter anderem Sela Ward und Charlotte Gainsbourg) kann unsere Welt vor der Zerstörung gerettet werden.

 

Als die Nachricht von einem zweiten Teil von Independence Day durch die Presse ging war ich doch sehr überrascht…ich hatte mit keinem zweiten Teil gerechnet. Ich muss sagen, dass mich der Ansatz das 20 Jahre später spielen zu lassen dann doch interessiert hat.

 

Wie sieht die Welt nach den Alien Attacken aus, wie hat sich die Welt danach entwickelt, wo steht die Welt jetzt? Mein Interesse war also durchaus geweckt. Leider muss ich aber feststellen das mich der Film sehr enttäuscht hat.

 

Das Drehbuch macht mal gar nix aus seinen Möglichkeiten…am Ende hat man das Gefühl den ersten Teil nur in einem etwas größeren Rahmen zu sehen…eher schlechteres Reboot als Weiterentwicklung hat man als Gefühl.

 

Wenn Roland Emmerich eigentlich für etwas bekannt ist, dann für große Schauwerte und Zerstörungsorgien. Nur was damals bei Independence Day (1996) noch spektakulär war und man das Gefühl hatte etwas außergewöhnliches zu erleben, ist hier einfach nicht sehr mitreißend oder besonders. Das hat man alles schon einmal gesehen und häufig besser. Die einzige Szene die mich visuell beeindruckt hat war diese: Dubai trifft auf London, das war spektakulär. Der Rest war austauschbar und das vergisst man schnell. Wenn ich überlege wie Teil 1 mit seinen Szenen sich in die Erinnerung der Menschen gebrannt hat, dagegen ist das hier gar nix.

 

Nicht nur austauschbar, in vielen Szenen enttäuscht die Tricktechnik sogar. Alle Szenen mit großen Menschenmassen, z.B. die 20 jährige Feier des Widerstands sehen sehr künstlich aus. Diese Szene sogar erschreckend billig!

 

Leider sind die Filme von Emmerich nicht für geschliffene Dialoge oder große schauspielerische Leistungen bekannt und dieser Film reiht sich da mehr als perfekt ein. Die Dialoge sind flach, die Charakterisierung der Charaktere ist noch flacher. Die Jungschauspieler (quasi die nächste Generation) ist komplett austauschbar und auch wenig sympathisch. Warum Liam Hemsworth so viele Hauptrollen bekommt bleibt für mich ein Rätsel….sein Bruder (auch kein Schauspielgott auch wenn er als Thor eine gute Figur macht) hat doppelt so viel Talent wie er.

Die nervigste ist aber die Rolle von Nicholas Wright als Rosenberg. Absolut unlustig und nervig.

 

Schön ist das viele des ersten Casts dabei sind. Leider wird mit ihnen zum Teil absolut lieblos umgegangen (Vivica A. Fox), andere sind mit der Darstellung überfordert (Bill Pullman…so sehr ich ihn im ersten Teil geliebt habe, so schwach ist er hier) oder werden in Nebenhandlungen verschenkt (Judd Hirsch und Jeff Goldblum). Alleine Brent Spinner scheint in seiner Rolle richtig aufzugehen, ihm merkt man die Spielfreude richtig an. Der Verzicht von oder auf Will Smith schmerzt auch. Was Charlotte Gainsbourg in diesen Film getrieben hat weiß wohl nur Sie oder ihr Finanzberater.

 

Machen wir uns nichts vor, auch im ersten Teil war nicht alles Gold was glänzt….aber der Film konnte mit tollen Effekten punkten und das fehlt hier einfach. Alleine die ein oder andere Sequenz und das Auftreten einiger beliebten Charaktere verhindert den absoluten Supergau. Insgesamt einfach zu Recht gefloppt der Film. Es bleibt dabei, seit 2012 hat Emmerich keinen ordentlichen Film mehr gemacht. Der letzte richtig gute ist für mich auch eher The day after tommorow. Der überzeugte noch inhaltlich.

 

Fazit: Seelenloses Effektspektakel, das selbst bei den CGI Schauwerten nur bedingt überzeugen kann. Kann man sich einmal ansehen, ist danach aber sofort vergessen. Onkel Roland hat es nicht mehr drauf.