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#282 Rambo First Blood

Ein Klassiker und der Beginn DES Action Franchise!

 

Rambo First Blood (10/10)

 

Story:

Rambo, ein ehemaligen Einzelkämpfer einer Spezialeinheit, will einen Freund aus seiner Vietnam-Einheit besuchen. Weil dem Sheriff der Kleinstadt weder Rambos Aussehen noch seine Art als Anhalter zu reisen gefällt, nimmt er ihn fest. Er und seine Gehilfen beleidigen und prügeln Rambo. Rambo kämpft sich einen Weg in die Berge frei. Bei der anschließenden Menschenjagd geht es dem Sheriff ums Prinzip und Rambo zeigt, wozu ein Mann fähig ist, der um sein Leben kämpft und es dank seiner Ausbildung mit allen aufnehmen kann. 

 

Um zu verstehen wie wichtig First Blood für die Karriere für Sylvester Stallone war muss man sich die Filme nach dem ersten Rocky einmal ansehen. F.I.S.T und Vorhof zum Paradies, leider Flops. Danach mit Rocky 2 wieder in der Erfolgsspur. Nachtfalken und Flucht oder Sieg, trotz ihres Unterhaltungswertes auch keine Hits, da musste wieder Rocky III herhalten.

Außer dem Rocky Franchise funktionierten Solo Filme von Sly leider nicht, mit Rambo der kommerziell und auch von Seiten der Kritiker gut ankam konnte Sly beweisen das er nicht nur als Rocky funktioniert. Mit Rambo und begann auch spätestens seine Verwandlung zu dem Action Star (mit Arnie) der 80er! Also eminent wichtig das ganze.

 

Spätestens mit Rambo 2 wurde auch diese Figur, wie zuvor Rocky, zu einem Teil der Popkultur und Sly einer der Größten! Aber zurück zum ersten Teil und leider wird häufig vergessen wie gut dieser Film auch objektiv ist, mal abseits der ganzen Action. 
Man könnte inzwischen ja meinen das die Rambo Filme rein für Action stehen, aber vor allem der erste spricht da definitiv eine andere Sprache.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman der 1972 entstand, es gab wohl bis zu 20! verschiedene Drehbuchentwürfe und bis zur Produktionen wurden so unterschiedliche Namen wie Al Pacino, Paul Newman oder Kris Kristofferson und sogar Terence Hill (und noch viele mehr) als Rambo gehandelt, immer mit einem Skript das anders ausgerichtet war.

 

Wer kann sollte definitiv mal den Original Roman lesen, einiges wurde übernommen doch kommt Rambo im Buch doch deutlich labiler, instabiler und wahnsinniger daher. Man kann sich weniger identifizieren als mit dem Rambo aus dem Film. Da hatte Sly doch mal wieder den richtigen Riecher indem er Rambo deutlich menschlicher zeichnete und auch das Ende änderte, indem (und das ist sicherlich kein Geheimnis, es gibt ja mehrere Filme) er Rambo nicht sterben lies.
Was übrigens dazu führte das Kirk Douglas die Rolle des Col. Trautmanns ablehnte.

 

Auch ist der Film, obwohl von vielen gerne so verschrien, gar nicht so brutal und vor allem nicht so brutal wie das Buch. Es stirbt im Film genau eine Person und das eher aus eigener Dummheit als durch Rambo. Ansonsten setzt Rambo einige Männer zwar mit Gewalt außer Gefecht, aber ohne sie zu töten!

 

Auch hier zeigte sich das Gespür von Stallone. Die Zeit der extrem kritischen Vietnam Auseinandersetzung war ein wenig vorbei, die Leute wollten nicht immer nur gezeigt bekommen wie schlimm Vietnam war oder was Soldaten alles verbrochen hatten. Nein es gab inzwischen Platz für eine gewisse Rehabilitierung von Vietnam Veteranen und das alles in der Gestalt eines extrem spannungsgetriebenen Actionfilms.

 

Vor allem diese "Horror" Sequenz, in der Rambo die Gesetzeshüter im Wald außer Gefecht setzt, ist nicht nur visuell extrem stark, nein auch die Atmosphäre ist extrem dicht. Es scheint als ob man einen kurzen Einblick in die Dunkle Seite, in die Abgründe von John Rambo bekommt. Ist er zuvor vor allem als gequälte Seele zu sehen der von den Sherriffs ungerechtfertigt unter Druck gesetzt wird, so wendet sich das Blatt an dieser Stelle. Man begreift auf einmal zu was Rambo in der Lage ist.

Das ist alles übrigens extrem gut, überzeugend und nachvollziehbar von Stallone gespielt. Dieser gebrochene Charakter der verloren seinen Platz sucht und durch die Taten der Sherriffs zurück in den Krieg geworfen wird....das nimmt man ihm einfach ab. 
Dazu kommt das sein Gegenspieler Teasle mit Brian Dennehy auch perfekt besetzt ist. Er spielt diesen Kleinstadtsherriff so überzeugend, aber auch mit so vielen Nuancen, das er nicht einfach der Bad Guy ist. Nein man kann das vielleicht zu Beginn sogar etwas nachvollziehen und später überkommt einem so etwas wie Mitleid, wenn man merkt das Teasle das kaum fassen und greifen kann, was er da ausgelöst hat, aber trotzdem aufgrund seinen Stolzes und seiner Prinzipien nicht zurückrudern kann.

 

Das ist eine der großen Stärken des Films, kein Charakter ist einfach schwarz/weiß, alle haben positive aber auch negative Seiten. Was auch für Colonel Trautmann gilt. Dem ist ein gewisser Stolz über seine "Kreation" Rambo schon anzumerken, gleichzeitig wird er spätestens auch zum Ende menschlich, wenn auch er merkt was der Krieg und auch seine Mitarbeit mit Rambo gemacht haben.

Actionmäßig kommt das hier schon recht realistisch daher, aber ohne langweilig zu sein. Der Film lebt vor allem von der Zuspitzung der Dramatik, der Spannung und der Atmosphäre. Highlight ist für mich wie bereits die Sequenz in der Rambo den Sherriffs im Wald das fürchten lehrt, aber auch die Motorrad Verfolgungsjagd gibt einiges her.

 

Eigentlich wäre das passendere Ende vielleicht sogar der Tod von Rambo gewesen, aber Gott Sei Dank hat Sly das verhindert, sonst wären uns noch einige tolle Filme durch die Lappen gegangen. Dabei ist diese Reihe das Paradebeispiel wie unterschiedlich man die Klaviatur im Action Genre bespielen kann. 
First Blood bleibt aber weiterhin für mich von der Story und der Aussage der beste Teil der Reihe.

Übrigens ist der Score und vor allem das Main Theme von Jerry Goldsmith ikonisch, eingängig und bleibt einem im Ohr und auch im Herzen. Es ist super einsetzbar und passt perfekt zum Film und der Reihe. Einfach legendär.

 

Fun Fact

Mit Michael Talbott und David Caruso sind gleich zwei Deputys zu sehen die ihre größten Erfolge als Stars von Krimiserien aus Miami hatten. David Caruso hier noch sehr jung, vielen am bekanntesten als Horatio Cane aus CSI Miami und Michael Talbott als Stan Switek aus Miami Vice (für mich übrigens die beste Serie aller Zeiten. Hier übrigens mein Interview mit Michael Talbott.


Fazit: Ein waschechter Klassiker! Stallones zweites großes Franchise wurde mit diesem Film geboren und es wird leider häufig vergessen wie wegweißend, gut gespielt und wie stark von der Story dieser Film war! Definitiv kein stumpfer Actionfilm!