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#288 Nachtfalken

©MIG Filmgroup
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Kein Highlight, aber definitiv ein interessantes Werk!

 

Nachtfalken (7/10)

 

Story:

Eigentlich sind die beiden Cops Deke DaSilva (Sylvester Stallone) und Matthew Fox (Billy Dee Williams) als Lockvögel der New Yorker Polizei meist nachts auf Verbrecherjagd. Als aber der gefährliche Terrorist Wulfgar (Rutger Hauer) nach einem verheerenden Anschlag in London nun den Big Apple heimsucht, sind sie plötzlich auch als Anti-Terror-Experten gefragt. Denn der skrupellose Wulfgar hat es auf Angestellte der Vereinten Nationen abgesehen und zwingt die beiden "Nachtfalken" in einen atemberaubenden Showdown, der neben konventionellen Waffen auch ihre Fähigkeiten zur Tarnung erforderlich macht.

 

Nach Rocky hatte Sly Stallone mit F.I.S.T und Vorhof zum Paradies leider zwei Flops, erst mit Rocky II konnte er das Ruder wieder herumreißen. Danach entstand Nachtfalken. Leider wurden schlussendlich dieser Film und auch Flucht oder Sieg kein großer Erfolg so das er wieder auf seine Paraderolle als Rocky ausweichen musste.

 

Nach F.I.S.T und Vorhof zum Paradies versuchte es Sly hier aber mit einer eher konventionellen Rolle als Cop. Dazu bekam er Billy Dee Williams an seine Seite, noch ziemlich heiß von seiner Rolle als Lando Calrissian in das Imperium schlägt zurück. Als Gegenspieler wurde Rutger Hauer verpflichtet (noch vor seiner Rolle und seinem großen Durchbruch in Blade Runner).

 

Das der Film aber nicht zu einem großen Erfolg wurde liegt zum einen am chaotischen Dreh, so wurden schlussendlich zwei Regisseure verbraten und ständig am Drehbuch rumgewerkelt, aber zum anderen auch an der doch recht biederen Inszenierung.

Die Zutaten für einen guten Cocktail waren eigentlich vorhanden, nur irgendwie will der Mix nicht ganz passen. Bis auf die Szene in der Disco (Das Blickduell zwischen Sly und Hauer) und dem Ende bleiben einem kaum Szenen wirklich in Erinnerung.

 

Der Regisseur Bruce Malmuth hatte seinen größten Erfolg mit Hard to Kill (mit Steven Seagal). Auch Pentathlon mit Dolph Lundgren wird einigen ein Begriff sein.


Die Show gehört hier auch ganz klar Hauer. Der spielt seine Rolle mit sehr viel Charme, Spielfreude, Klasse und einigem an Format. Seine Rolle ist sehr breit gefächert. Bei Sly sieht das schon sehr anders aus, seine Rolle entfaltet sich kaum und ist recht eindimensional. Was nicht an der schauspielerischen Klasse liegt, Sly (obwohl häufig verneint) ist ein viel besserer Schauspieler als viele ihm zugestehen. Seine Rolle gibt einfach zu wenig her, während die von Hauer unglaublich vielschichtig ist.

So kann man den Neid der sich bei Sly während der Dreharbeiten entwickelt hat, irgendwie doch nachvollziehen, hat er doch seine Fälle davonschwimmen gesehen und bei der Betrachtung des Films merkt man das auch irgendwie.

Billy Dee Williams ist etwas verschenkt, kommt so kaum eine richtige Dynamik zwischen ihm und Stallone auf. Auch Lindsay Wagner ist total verschenkt (viele ihrer Szenen wurden wohl rausgeschnitten). Schön ist es dagegen Joe Spinell zu sehen und auch Nigel Davenport macht seine Sache gut.

Insgesamt ist der Film zwar besser als sein Ruf, aber ist auch eine vertane Chance, was vor allem an der biederen Inszenierung und dem schwachen Drehbuch liegt. Wer auch immer dafür verantwortlich ist das viele Szenen rausgeschnitten wurden, seien es die Produzenten (weil sie einen Film mit größerem Tempo wollten) oder Stallone (weil er eifersüchtig auf Hauer war), sie hatten alle den falschen Riecher. Mehr Zeit und mehr Erklärungen hätten dem Film gut getan, so wirkt er einfach nicht rund. Auch war der Film im ersten Cut wohl viel härter.

Es wäre wirklich mal interessant einen Director's oder Sly Cut von dem Film zu sehen!

Fazit: Kein Highlight in der Filmografie von Stallone, aber definitiv ein interessantes Werk in seinem Schaffen. Auch wenn er etwas bieder daherkommt, sticht im Film doch vor allem Rutgar Hauer heraus und der für einen "Stallone" Film doch überraschende Plot.

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