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#342 Jackie Chan: Never Grow Up

© Simon + Schuster
© Simon + Schuster

Buch hätte noch etwas mehr Tiefe vertragen können!

 

Never Grow Up (7,5/10)

 

Inhalt:

Jeder kennt Jackie Chan. Ob Rush Hour, Shanghai Noon, The Karate Kid oder Kung Fu Panda - Jackie wird von Generationen von Kinogängern für seinen akrobatischen Kampfstil, sein komisches Timing und seine umwerfenden Stunts bewundert. 2016 - nach 56 Jahren in der Branche, über 200 Filmen und vielen Knochenbrüchen - erhielt er für sein Lebenswerk im Film den Ehrenpreis der Oscar Akademie. Aber mit 64 Jahren fängt Jackie gerade erst an. Jetzt, in Never Grow Up, reflektiert der globale Superstar sein frühes Leben, einschließlich seiner Kindheit an der China Drama Academy (an der er im Alter von sechs Jahren immatrikuliert war), seiner großen Pausen (und Rückschläge) in Hongkong und Hollywood , seine zahlreichen Auseinandersetzungen mit dem Tod (sowohl auf als auch außerhalb von Filmsets) und sein Leben als Ehemann und Vater (was zugegebenermaßen und bedauerlicherweise unvollkommen war). 

 

 Ich bin sicherlich nicht der größte Fan von Jackie Chan. Ich habe zwar einige seiner Filme gerne mit meinem Vater gesehen und der Mann hat für einige Klassiker gesorgt, ohne Frage, viele seiner Filme waren mir aber irgendwann zu "lustig" angelegt. Trotzdem ist der Mann eine Legende, eine Ikone und sein Ehrenoscar ist mehr als verdient. Alle für seine Stunts, die er selbst durchführte gebührt ihm allerhöchster Respekt und Anerkennung! Das gab es vor ihm so nicht und wird es danach auch nicht mehr geben.

 

Das Buch fokussiert sich zu einem Großteil auf die Jugend von Jackie Chan und diese ist für heutige Vorstellungen wirklich extrem außergewöhnlich! Dieses Aufwachsen hatte natürlich auch extrem viel Einfluss darauf zu wem Jackie Chan geworden ist, deswegen ist dieser Part auch mit einer der interessantesten.

 

Auch spricht er viel über seine Eltern, seinen Sohn und seine Frau. Man erfährt viel über ihn als Familienmenschen, der er halt aber auch nur bedingt ist weil er ständig auf Reisen für seine Filme ist. Das kommt in dem Buch schon sehr raus, er lebt schon extrem für seine Filme und da muss alles etwas zurückstehen.

 

Auch sind natürlich die Kapitel bei denen man von seiner Philosophie etwas mehr erfährt und vor allem die wo er über seine bekanntesten Stunts erzählt für alle Filmfans ein Leckerbissen. Da merkt man eigentlich was der Mann in seiner Karriere geschaffen hat.

 

Persönlich ergibt sich da das Bild eines Kind im Mannes. Eines Mannes der für seine Filme lebt, der auch immer etwas auf sich selbst bezogen ist und um sich kreist. Der sich seiner Macht schon bewusst ist, aber dem man einen guten Kern nicht absprechen kann. Ein Mann der durch seine Jugend geprägt wurde und mehr aus sich rausgeholt hat als jemand jemals von ihm erwarten konnte. Der Fehler gemacht hat und Geld verschwendet hat, dem Loyalität extrem wichtig ist und der versucht auch seinen Fehlern zu lernen. Er kommt schon in manchen Kapiteln sehr ambivalent rüber.


Ein wenig mehr Tiefe hätte dem Buch an manchen Stellen gut getan. Er setzt sich sehr wenig mit seinen Misserfolgen in Honkong auseinander, nur die Flops aus Amerika werden besprochen und daran sind irgendwie immer die Produzenten schuld. Auch Privat erscheint er nicht immer im besten Licht und er lobt sich jetzt nicht über den grünen Klee, aber so ne richtige Intensive Auseinandersetzung sieht auch etwas anders aus. Seine ganzen Freiheiten die er in Honkong schätzt führen auch trotzdem zu keinem einzigen kritischen Wort zu China. Seine Rolle ist da sicherlich auch etwas kritisch zu hinterfragen.

 

Dazu sind manche Kapitel, wie zu Michelle Yeoh, seiner Weinsammlung oder zu seinen Häusern, extrem kurz oder sehr belanglos. Er versucht auch viele Kapitel mit einem Learning einer positiven Botschaft abzuschließen was nicht immer überzeugt. Vielleicht liegt das an mir, aber manche Kapitel hat man nach dem lesen sofort wieder vergessen. So einen richtigen roten Faden außer während seiner Jugend gibt es nicht so wirklich in dem Buch.

Auch redet er mehr über einzelne Stunts als über die Filme an sich, was etwas schade ist den die Filme leben natürlich auch von den Stunts, aber halt nicht nur. Ein paar Hintergrundgeschichten mehr wären schön gewesen.

Ich bin mir aber recht sicher das es noch viele weitere Filme von ihm geben wird, auch Actionfilme und das das auch sicherlich nicht das letzte Buch von ihm sein wird, dafür ist der Mann einfach viel zu umtriebig. 

 

Fazit: Jackie Chans Buch ist ein Sammelsurium an interessanten Geschichten aus seinem Leben und seiner Karriere, manchmal fehlt etwas der Fokus und die Stringenz. Die Kapitel sind unterschiedlich gehaltvoll und spannend. Nichtsdestotrotz ein tolles Buch für seine Fans und Leute die sich für seine Karriere interessieren.