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#360 Regisseure im Kampf um den deutschen Genrefilm

Ein unterhaltsames und wichtiges Buch!

 

Regisseure im Kampf um den deutschen Genrefilm (8/10)

 

Inhalt:

Der aktuelle deutsche Genrefilm hat es nicht leicht. Dabei gibt es in Deutschland einen Pool talentierter und erfolgreicher Filmemacher, die dem viel gescholtenen Genrefilm immer wieder neues Leben einhauchen. Die Autoren Kevin Zindler, Florian Wurfbaum, Dominik Starck, Michael Cholewa und Peter Osteried haben mit Top-Regisseuren wie Christian Alvart, Sebastian Niemann, Dennis Gansel, Uwe Boll, Stephan Rick, Oliver Kienle und vielen mehr Gespräche geführt, in denen es unter anderem um aktuelle Produktionen, den deutschen Genrefilm, und die Liebe zum Medium Film. Abgerundet werden die Interviews mit Biografien und Filmografien. Zudem widmen sich die Autoren dem aktuellen Zustand des deutschen Genre- und Independent-Films und hinterfragen den Einfluss der deutschen Filmförderung.

 

Der deutsche Genre Film hat es nicht leicht: verkannt, verlacht, gescholten und von Kritik und Zuschauern abgestraft. Dieser Eindruck hat sich wohl in der breiten Öffentlichkeit festgesetzt. Dabei gibt es immer wieder Hoffnungsschimmer und Filme die überraschen, aber der Genre Film hat es einfach unfassbar schwer.

 

Woran das liegt? Das war wohl die Frage die die Autoren Kevin Zindler und Florian Wurfbaum angetrieben hat dem auf den Grund zu gehen und das Buch zu schreiben. 

 

Um den Ursachen näher zu kommen, haben Sie sich mit einer illustren Runde an Regisseuren und Filmemachern unterhalten und durch die Interviews verschiedene Blickwinkel auf die Thematik geworfen. Der Stil des Buches ist angenehm flüssig und leicht zu lesen und die Interviewform unterstützt das.

Neben den interessanten Interviews (mein Highlight ist hier das mit Dennis Gansel) werden die Karrieren von Roland Emmerich und Wolfgang Petersen  beleuchtet und es gibt Gastbeiträge von verschiedenen Autoren die sich dem Stand des Genre Films und auch mit der Macht der Filmförderung auseinandersetzen.

 

Das ist ein recht komplexes Thema, was in einem unterhaltsamen Kontext transportiert wird. Interessant wäre es gewesen wenn auch jemand von der Filmförderung die Eier gehabt hätte zu dem Thema Stellung zu beziehen.

Macht das Buch am Ende Mut, naja das ist ein zweischneidiges Schwert. Ja es gibt mutige und interessante Filmemacher und ich glaube auch das es einen Markt gibt, aber Deutschland bzw. das staatliche System steht sich da selbst im Weg. Anders formuliert, man steht sich nicht selbst im Weg man fährt stur und verdrossen immer die gleiche Straße entlang und wenn man nicht bereit ist mal grundlegend an einer Kreuzung mal eine neue Richtung einzuschlagen wird es weiterhin ein harter Kampf für diese mutigen Filmemacher!

 

Wenn ich mir etwas hätte wünschen dürfen, dann das das Buch ein paar Seiten mehr hätte vertragen können und das es natürlich toll gewesen wäre wenn man ein Interview mit einem der beiden großen: Wolfgang Petersen oder Roland Emmerich hinbekommen hätte. Ich selbst weiß wie schwierig es sein kann Leute zu einem Interview zu bekommen, bei den beiden wird es beinahe unmöglich gewesen sein, das ist sicherlich meckern auf absolut höchstem Niveau.

 

Fazit: Jeder der Genre mag und sich wundert das in Deutschland der Genrefilm so schlecht dasteht der sollte dieses Buch lesen! Sehr informativ und unterhaltsam, hätte ruhig noch länger sein dürfen. Definitive Leseempfehlung!