· 

#381 Catherine the Great

©Edel:Records
©Edel:Records

Mirren ist wie immer eine Wucht!

 

Katharina die Große (7/10)

 

Story: Nach der geplanten Ermordung ihres eigenen Ehemannes wird Katharina (Helen Mirren) die neue Zarin von Russland. Katharina behält trotz allen Widersachern die Nerven, denn schließlich beherrscht sie das Spiel um Macht besser als jeder Mann. Als der attraktive Leutnant Grigory Potemkin (Jason Clarke) am Hof von St. Petersburg auftaucht und ihr Vertrauter wird, beginnen die beiden eine leidenschaftliche Affäre und Katharina merkt schnell, dass sie mit Potemkin auch einen wichtigen Partner für die politische und militärische Zukunft Russlands gefunden hat. Mit seiner Hilfe führt die Zarin ihr Land ins 18. Jahrhundert und entwickelt es zu einer europäischen Großmacht.

 

Mit Netflix, Amazon und Disney Plus wird der Druck für Sky immer höher. Um den Anschluss nicht zu verlieren und mit dem Geschäftsmodell weiterhin erfolgreich zu sein muss Sky seinen Kunden mehr bieten und da bietet sich der Sprung auf hochwertige Eventserien natürlich an. Babylon Berlin, Das Boot sind hier die bekanntesten Beispiele aus deutschem Hause.

 

Es ist schon witzig, aber gleichzeitig auch irgendwie schräg und traurig, waren Fernsehserien früher überwiegend günstig und B-Actioner hatten mehr Budget ist es inzwischen komplett anders. Für einen „normalen“ Actionfilm bekommt man kaum mehr das Budget zusammen, eine Eventserie kann kaum teuer genug sein.

 

Katharina die Große ist die nächste Sky Original Produktion (in Kooperation mit HBO, die nächste nach Chernobyl) und hier hat man sich echt nicht lumpen lassen. Die Inszenierung ist hochwertig, die Kulissen opulent und mit Helen Mirren hat man sich eine tolle Schauspielerin an Land geholt.

 

Das ist hier aber irgendwie Fluch und Segen zugleich, man verbindet sie halt immer irgendwie mit der Queen und als britische Dame, irgendwie hatte ich immer das Bild der Queen im Kopf. Das ist nicht wirklich ihre Schuld, liegt eher an mir, aber dem ein oder anderen wird es sicherlich auch so gehen. Sie ist natürlich eine grandiose Darstellerin.

 

Da man hier Mirren besetzte fokussiert man sich auch zwangsläufig eher auf die späteren Jahre der Zarin, wer also eine komplette Abhandlung Ihres Lebens erwartet der wird enttäuscht werden. Trotzdem wird hier das komplexe Bild einer beeindruckenden Frau geliefert. Zu Beginn der ersten Folge (eigentlich 4-teilige Miniserie) erfolgt eine geschichtliche Einordnung, das hilft dabei sich in der Welt der Serie schneller einzufinden.

 

Wichtigste Besetzung neben Mirren ist natürlich Jason Clarke (Potemkin). Ein toller Schauspieler, der für mich einer der besten Bösewichte weit und breit ist. Als Held oder romantischer Partner finde ich ihn persönlich etwas fehlbesetzt.

 

Die Serie fokussiert sich vor allem auf die Intrigen, die Liebeleien, die Romantik und auch das Hinterhältige am Hofe. Die komplette politische Bandbreite Ihres Wirkens kommt so nicht ganz zum tragen, dessen sollte man sich bewusst sein. Im Zentrum steht einfach die Beziehung zwischen Mirren und Clarke.

 

Bei der Ausstattung gibt es nichts zu meckern, das ist alles extrem hochwertig sowie sogar an Schauplätzen in Litauen und Russland gedreht. Das ist state of the art und was man inzwischen bei solchen Serien erwarten darf! Vor allem die Kostüme sind eine Pracht.

 

Fazit: Mirren ist eine Wucht und die Inszenierung hochwertig. Diese Miniserie wird nicht unbedingt in die Geschichte eingehen, aber sie bietet hochwertige Unterhaltung, auch wenn die Fokussierung auf die Intrigen und Liebeleien doch etwas Potenzial verschenkt.