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#508 Tenet

©Warner
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Hochkomplexer und gleichzeitig stimulierender Nolan!

 

Tenet (8/10)

 

Story:

Ein Agent (John David Washington) wird rekrutiert, um einen besonderen Auftrag in der Welt der internationalen Spionage auszuführen. Er soll den 3. Weltkrieg verhindern und um das Überleben der ganzen Welt zu kämpfen. Diesmal ist jedoch keine nukleare Bedrohung der Grund. Es muss eine Person gestoppt werden, die die Fähigkeit besitzt, die Zeit zu manipulieren. Der Agent befindet sich auf einer Mission, die sich jenseits der Echtzeit entfaltet. Keine Zeitreise. Inversion!

 

Nach Monaten, der letzte Film war Bad Boys 3, war ich dann doch mal wieder im Kino und wie könnte es anders sein, natürlich für Tenet. Der einzig wirklich große Film dieses Sommers. Man muss Warner wirklich dankbar sein das sie dieses Wagnis eingegangen sind.

Tenet alleine ist in der heutigen Zeit eigentlich schon ein Wunder. Außer Nolan bekommt keiner mehr solche Budgets für originäre Stoffe. Weder eine Comicverfilmung, keine Romanvorlage, kein Franchise, nix davon auf dem der Film basiert, sondern alleine (ok nicht ganz alleine) auf der Vorstellungskraft von Christopher Nolan.

 

Der hat sich eh eine Sonderstellung erarbeitet. Keiner konnten in den letzten Jahrzehnten Blockbuster so stark mit mit innovativen und anspruchsvollen Stoffen verbinden. Die Budgets die ihm zur Verfügung stehen wurden mit der Zeit auch immer größer, da er schon bei den Batman Filmen zeigte wie erfolgreich er damit umzugehen weiß.

Das gipfelte alles in seinem, für mich, besten Film und Meisterwerk: Inception. Ein unfassbarer Film und die perfekte Verknüpfung von grandioser, anspruchsvoller und vor allem anregender Story, tollen Darstellern und Schauwerten, grandioser Action und ein Wahnsinnsscore. Einfach ein grandioses Erlebnis, der einen auch emotional total gepackt hat.

 

Bis auf Dunkirk habe ich alle seine Filme gesehen und bezeichne mich selbst als einen Fan. Interstellar ist auch ein Erlebnis, visuell beeindruckend und emotional auch aufgeladen, aber manchmal zu verkopft und in der letzten halben Stunde verliert er mich (8/10).

Nun also zu Tenet, der diesen Trend weiter fortsetzt. Der Film ist kompliziert, auch hier und da anstrengend zu folgen. Man muss schon genau aufpassen damit man nichts verpasst. Der Film schafft nicht diese Balance zwischen Unterhaltung und Anspruch wie Inception. Dagegen wirkt Inception schon beinahe seicht. Das Konzept von Inception war toll, aber auch recht verständlich und vor allem zugänglich.

 

Tenet dagegen ist wie gesagt anstrengend, wenn auch im positiven Sinne. Audiovisuell ist das Ding ein verdammtes Brett. Der Score von Ludwig Göransson (von Hans Zimmer persönlich an Nolan empfohlen) hört sich wie die beste Zimmer Imitation an und passt zum Film. Die Szenen, vor allem die invertierten sind Wahnsinn (das Ende!). Sowas ausgefeiltes habe ich, glaube ich jedenfalls, noch nie gesehen. Das sieht wahnsinnig gut und teuer aus, man merkt wo das Budget hingegangen ist.

 

Die Story, ist zum Teil, natürlich von klassischen Spionage und Bond Filmen inspiriert. Es wäre aber nicht ein Nolan wenn dieser das nicht mit naturwissenschaftlichen Theorien verknüpfen würde und da schlackern einem hier und da mal die Ohren. Spoilern möchte ich aber nicht und deswegen gehe ich auf den weiteren Verlauf nicht ein.

 

Was dem Film aber für mich total abgeht sind die Emotionen bzw. die Beziehung zu den Charakteren, die lassen einen doch recht kalt. Mit John David Washington (dem Sohn von Denzel) fiebert man bei der Mission zwar mit, aber baut man zu ihm eine Beziehung wie z.B. zu James Bond oder Ethan Hunt auf? Nein.

Sein Partner wird von Robert Pattinson dargestellt und der überrascht mich positiv. Dazu muss ich sagen das ich wenig seiner Filme gesehen habe, eigentlich kenne ich ihn nur als funkelnden Vampir und bin deswegen begeistert das er so einen Charakter darstellen kann, vllt der sympathischste im ganzen Film.

Michael Caine bekommt wieder seinen obligatorischen Auftritt und Aaron Taylor-Johnson bekommt einen überschaubare, aber effektive Rolle ab. Übrigens und das hat mich positiv überrascht, hat der Film ein paar humorvolle Momente, die ich so nicht erwartet habe.

Die größte Überraschung ist für mich jedoch Kenneth Branagh. Ja, ein toller Schauspieler aber seinen Russen im Jack Ryan Film fand ich schlimm und unrealistisch. Das hier ist ein ganz anderes Level und auch sein Akzent ist viel besser geworden. Vielleicht hat der Mann trainiert, aber er spielt diese teuflische Seele mit viel Gusto und tiefen Abgründen. Seine Frau dagegen finde ich wenig überzeugend.

 

Der Film kommt also schlussendlich nicht für mich an Inception ran, trotzdem ist der Film für das Kino geschaffen und sollte auch genau da erlebt und aufgenommen werden. In der heutigen Zeit einfach mal genießen. Den Film muss man eigentlich mehrfach sehen um ihm komplett zu erfassen. Ob ich das aber mache? Keine Ahnung.

 

Fazit: Ein Film auf den man sich zu 100% konzentrieren muss. Audiovisuelles Fest, mit einer hoch komplexen Story. Die Beziehung zu den Charakteren fehlt, aber ein Film den man sacken und erst verarbeiten muss. Ein Film den man definitiv im Kino sehen muss!

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