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#600 Rocky

©Warner Brothers
©Warner Brothers

Einer der besten Filme aller Zeiten!

 

Rocky (10/10)

 

Story:

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist ein begnadeter Boxer. Doch der Weg zum Ruhm und zum großen Geld blieb ihm immer verwehrt. Als armer Fabrikarbeiter muss er ein schäbiges Dasein fristen. Da geschieht das Unglaubliche: Der Amateurboxer erhält die Möglichkeit, gegen den Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) anzutreten. Was als PR-Gag geplant ist, entpuppt sich als brutaler und gnadenloser Kampf, denn der ehrgeizige Rocky will sich die Chance seines Lebens von niemandem nehmen lassen.

 

Was macht mehr Sinn, als zum 75 Geburtstag!!! der Legende Sylvester Stallone, über den Film zu sprechen der seine Karriere richtig gestartet hat (er hatte zwar Rollen zuvor, aber wenig erwähnenstwertes). Kein Charakter ist so sehr mit seinem Namen verbunden wie Rocky, keine Figur hat er häufiger gespielt (inzwischen 8 mal!). Rocky = Stallone. So war es und so wird es immer sein.

 

Über den Film Rocky kann man wahrscheinlich nicht wirklich etwas neues oder unbekanntes schreiben. Es gibt unzählige Beiträge oder Bücher die sich mit Rocky und seinem Platz in der Popkultur beschäftigen. Ich werde einfach versuchen meien Blick auf den Start der Reihe zu teilen.

Rocky von 1976 (45 Jahre alt!!!) ist damals eingeschlagen wie eine Bombe und beinflusst sicherlich immer noch die Menschen auf der ganzen Welt. Die Musik wird immer noch zum Training benutzt und die Geschichte von Rocky ist sicherlich für viele immer noch das Sinnbild eines Traums.

 

Das Beste daran ist das die Geschichten von Rocky und Sly so sehr verbunden sind. Die ganze Entstehungsgeschichte könnte einen eigenen Film abgeben. Sie wollten ihm das Drehbuch abkaufen, aber Sly wollte es nicht abgeben, egal wieviel sie ihm geboten haben, er wollte die Rechte nur verkaufen wenn er auch die Hauptrolle spielen darf. Dabei war Sly quasi broke und hatte kein Geld mehr, trotzdem hielt er durch und der Rest ist wie man sagt, Geschichte.

 

Zum Drehbuch wurde Stallone übrigens durch den Fight zwischen Chuck Wepner und Muhammed Ali inspieriert. Jahrzehnte später kam der Film Chuck- der wahre Rocky (mit Liev Schreiber) heraus. Durchaus sehenswert.

 

Die Geschichte ist so einfach wie genial. Zeitlos und so perfekt übersetzbar. Der kleine, hart arbeitende Mann mit einem Traum. Er bekommt eine Chance und zieht mit Mut, einer Portion Naivität und Herz in die Schlacht. Ein Charakter in den man sich so leicht reinvollziehen kann und dem man nur das beste wünscht, mit dem man mitfiebert und bangt.

 

Man merkt richtig das Sly extrem viel persönliches in das Drehbuch verarbeitet hat. Die Misserfolge als Schauspieler, die Schwierigkeiten in der Jugend, das dauerhaft unterschätzt werdende, da steckt so viel drin und deswegen spielt er das auch so natürlich und mitreißend. Er kann sich zu 100% mit der Figur identifizieren.

Sly ist eh ein unterschätzter Filmschaffender. Der Mann hat Drehbücher geschrieben, Regie geführt, geschauspielert und immer wieder den Zeitgeist und den Geschmack des Publikums getroffen. Natürlich hatte er auch Misserfolge, aber mehr Hits als Misses und wie Rocky ist er ein unglaubliches Stehaufmännchen. Mit 75 immer noch ein Star und Vorbild, immer noch aktiv und immer noch erfolgreich. 

Rocky stellt (trotz Cop Land, Rocky Balboa, Rambo First Blood) für mich immer noch seine beste Darstellung dar. Das wirkt so ehrlich, so aufrichtig und so einfühlsam, das hat große Klasse. Übrigens ist Sly ein sehr guter Schauspieler, wenn er will. Natürlich kann man bei City Cobra nicht so viel einbringen wie bei Rocky, aber Sly ist in ziemlich jeder Rolle überzeugend und er hat halt seine Karriere auf den Publikumserfolg ausgelegt. Er arbeitet auch viel mit seinem Körper, er drückt sehr viel durch seinen Körper aus. Er ist einer der ersten der seinen Körper bewusst einsetzte.

Das ist gar keine Kritik, also das er seine Karriere auf das Publikum ausgelegt hat, sondern dafür liebe ich ihn. Er ist meine Alltime Nr.1 und hat uns so viele unglaubliche Filme geschenkt, so etwas wird es nie wieder geben. Der Mann ist so unglaublich smart und ist seinen ganz eigenen Weg gegangen, das soll ihm mal einer nachmachen.

 

Neben Rocky hat der Film natürlich noch weitere legendäre Figuren hervorgebracht und geschaffen. Einfach herrlich geschriebene und dargestellte Figuren. Mickey, Adrian, Apollo Creed, Paulie usw.

Die Beziehung zwischen Rocky und Adrian ist natürlich Fixpunkt des Films. Diese zwei, auf den ersten Blick Verlierer, kommen zusammen und haben eine unglaublich schöne Liebesgeschichte. Naiv, unschuldig und irgendwie füreinander geschaffen. Die Szenen zwischen den beiden sind toll gespielt und berührend. Die Szene in der Eislaufhalle ist unglaublich einfach, aber überzeugend.

Yo Adrian. Talia Shire hat hier eindrucksvoll unter Beweis gestellt das Sie mehr konnte als in Filmen von Ihrem Bruder (Der Pate) zu bestehen. Sie hat aber auch eine schöne Charakterentwicklung spendiert bekommen. Das war der erste Rocky, das Training und die Kämpfe waren noch sehr reduziert, dafür wurde jeglicher Fokus auf die Charaktere gelegt.

 

Vor allem in den ersten beiden Film ist Mickey und seine Vater-Sohn Beziehung zwischen Rocky und ihm ein unglaublich wichtiger Pfeiler des Films. Burgess Meredith spielt den grantligen (und schlussendlichen grundguten) Trainier unfassbar gut. Jede Bewegung, jedes Wackeln, die grantige Stimme, das alles ist ganz ganz großes Schauspieler Kino! Eine wirklich grandiose Performance. Mikey macht viel der Magie des ersten Teils aus.

 

Auch Paulie, der gebrochene, cholerische Säufer bringt dem Film wieder eine neue Facette. Trotzt seiner ganzen Schwächen hat man Mitleid mit ihm und mag ihn irgendwie. Alle Oscar Nominierungen der Darsteller: Sly, Talia Shire (beide für Hauptdarsteller) und Burt Young sowie Burgess Meredith (als Nebendarsteller) waren mehr als verdient. 


Auch die Besetzung von Carl Weathers als Apollo Creed war ein Glücksgriff. Auch für ihn stellte das den Startschuss für eine große Karriere dar. Er hat das Charisma und den Körper das man ihm den großmäuligen Champion aber sowas von abnimmt und trotz allem hat man Sympathie für ihn. Er ist definitiv an Ali angelehnt.

Alle Charaktere sind nicht einfach nur gut oder böse, alle haben Schwächen, alle haben Laster und machen Fehler, aber alle sind auch irgendwo liebenswert. Der Film schafft einen starken Kosmos und führt so viele Figuren ein die sich zu einem authentischen Gesamtbild zusammenführen. Ja sicherlich romantisiert, aber trotzdem realistisch und authentisch.

 

Der Film wirkt so authentisch weil er sich traut auch einfach dreckig und heruntergekommen zu sein. Das Apartment von Rocky, das Outfit von Rocky mit seinen Löchern. Rocky steht nicht auf der erfolgreichen Seite des Lebens. Auch Besetzungen wie Joe Spinell als Gazzo hilft dem Film so authentisch zu wirken, das sind Gesichter die Widererkennungswert besitzen. 

Das dreckige und heruntergekommene Gym oder die Eröffnungszene passen hervorragend in das Setting. Das Intro des Films ist hervorragend. Die ikonische Musik, der Rocky Schriftzug, dann das Bild von Jesus und schlussendlich findet man Rocky in einem heruntergekommenen Ring wo er sich für ein paar Dollars prügelt.

Wo wir bei ikonischen Szenen sind, Rock joggt durch die Straßen, durch den Markt (übrigens im Guerilla Stil aufgenommen) und endet seinen Lauf auf den Stufen des Museams (Philadelphia Art Museum). Eine Szene die jeder Philadelphia Besucher nachmacht. In späteren Filmen spektakulärer in Szene gesetzt, haben die Szenen hier aber für mich die größte Power. Rocky kämpft darum die Stufen zu schaffen, das symbolisiert sein Leben, seine Karriere. Bei der Trainingsmontage schafft er es dann triumphierend.

Auch die Szene wie er in Fleischlagerhalle im Kühlraum auf das tote Fleisch einprügelt, Szenen die man nicht vergisst und die man sofort mit Rocky in Verbindung bringt.

 

Man könnte nicht über diesen Film sprechen ohne die Musik von Bill Conti anzusprechen. Mit Rocky hatte auch dieser seinen großen Durchbruch (man erkennt ein Muster, bei diesem Film ist einfach so viel zusammengekommen). Die Melodien sind unsterblich, mit diesem Soundtrack hat sich der Mann der später auch James Bond (Im Angesicht des Todes) und Karate Kid mit Musik untermalen durfte, für immer in der Filmgeschichte verewigt. Wenn man über Rocky spricht kommt einem doch sofort die Musik in den Kopf.

Die Musik spielt natürlich auch eine große Rolle beim Endkampf. Der ist spannend und unterhaltsam gefilmt. Er ist nicht so ausgiebig wie in den späteren Filmen und hat auch keine Zeitlupenaufnahmen, aber nichtsdestotrotz ist der gut choreorafiert und stellt den Höhepunkt des Films dar.

 

Das Ende ist perfekt! Es geht gar nicht um den Kampf, Rocky muss nicht gewinnen um ein Sieger zu sein. Er gewinnt weil er jedem (und vor allem sich selbst) zeigt wozu er im Stande ist, das er nicht nur ein Loser ist sondern das er mit Herz und Mut über sich hinausgewachsen ist. Soll Apollo doch den Titel behalten. Rocky hat es sich bewiesen und hat Adrian, das ist der Sieg, nicht der Titel. Ein Happy End ohne das die Hauptfigur gewinnt? Ja das geht und das beweist Rocky.


Schlussendlich, ist das der Film der den Namen Stallone gemacht hat. Der Film war der erfolgreichste Film von 1976, räumte bei den Oscars ab (übrigens der erste Sportfilm der den Oscar für den besten Film erhalten hat, zusätzlich Oscar für den besten Schnitt und die Regie) und katapulierte Stallone in den Megastar Status. Der Film funktioniert immer noch perfekt und hat den Test der Zeit bestanden, vielleicht der inspirierendste Film aller Zeiten.

Es gibt immer noch Menschen die wie Rocky trainieren oder trainieren wollen oder die rohe Eier so trinken wie er. Den Einfluss den der Film auf Menschen hatte und immer noch hat ist wirklich kaum zu beschreiben.

Regisseur war übrigens John G. Avildsen (dessen bekannteste Filme neben Rocky, wohl die Karate Kid Filme waren und leider auch Rocky V). Wieviel des Erfolgs jetzt Stallone (der später als Regisseur beweisen sollte wie gut er ist) oder Avildsen zugesprochen gehört ist müßig. Wie bereits vorher erwähnt hat man hier einfach das Gefühl, das hier viele Sachen zusammengekommen sind und einige Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren!

Sly hätte jedoch wirklich die Oscars für den besten Darsteller und das beste Drehbuch erhalten sollen. Network und die Unbestechlichen sind zwar sehr gute Filme, aber an den Status von Rocky kommen sie  nicht heran. 

 

Fun Fact:
Butkus war damals tatsächlich der Hund von Sly. Aber das war nicht das einzige Familienmitglied des Sallone Clans der am Film teilnahm. Slys Bruder, der Musiker Frank, ist einer der Typen von der Musikgruppe auf der Straße. Zusätzlich hat der Vater von Sly, Frank Sr. ein Cameo als Offizieller der die Glocke läutet beim Kampf.

 

Fazit: Der Feelgood Klassiker, einer der besten Filme aller Zeiten. Der Startschuss für eine unfassbare Karriere und sinnbildlich für den American Dream. Ein Film für die Ewigkeit der für immer in der Popkultur verewigt ist.