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#674 Gunpowder Milkshake

©Studiocanal
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Weder Fisch noch Fleisch

 

Gunpowder Milkshake (5/10)

 

Story:

Vor Jahren musste Profikillerin Scarlet (Lena Headey) ihre geliebte Tochter Sam (Karen Gillan) zurücklassen und vor ihren gnadenlosen Feinden in den Untergrund abtauchen. Inzwischen ist Sam als knallharte Assassine in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Als ein riskanter Auftrag außer Kontrolle gerät, muss auch Sam untertauchen – und trifft dabei auf keine Geringere als ihre Mutter. Gemeinsam setzen die beiden Kämpferinnen alles daran, ihre Widersacher in die Knie zu zwingen um jene zu beschützen, die sie lieben.

 

Ich kann meinen Absatz aus The 355, den ich vor kurzem reviewed habe, mit nur minimalen Änderungen quasi übernehmen und hier wiederverwenden. Inzwischen gibt es ja eine Schwemme an Actionfilmen mit Frauen in der Hauptrolle: Jolt, The 355, The Protege und den hier vorliegenden Gunpowder Milkshake. Nicht alle Filme sind gelungen, aber z.B. bei Jolt hatte ich viel Spaß. In Gunpowder Milkshake wird das wie bei The 355 noch etwas auf die Spitze getrieben. Schließlich sind alle Frauen hier die Guten und alle Bad Guys sind Männer. Ok, kann man so machen. 

Wo es jedoch bei The 355 mehr in Richtung Spionage ging und sich um (weitesgehend) Realismus bemüht wurde, furzt Gunpowder auf Realismus und überzeichnet bewusst das Ganze und geht eher in Richtung Jolt. Den Einfluss von John Wick spürt man unterschwellig die ganze Zeit. Sei es beim Look oder verschiedenen Ideen (Ersetzt z.B. das Hotel durch die Bibliothek und das Diner).

Gunpowder Milkshake ist dabei auch definitiv nicht schlecht, er hat sogar seine Momente (vor allem im Zusammenspiel und den Momenten von Gillan mit Headey oder mit Gillan und dem 11 jährigen Kind), aber diese sind halt eher Momente und dazwischen passieren viele Dinge die nicht so richtig passen wollen.

Auf der einen Seite wirkt das Ganze hin und wieder mit angezogener Handbremse umgesetzt (man traut sich nicht wirklich Vollgas zu geben) und auf der anderen Seite sind die Over the Top Momente dann so blöd das sie die zwischenzeitliche Stimmung kaputt machen. Der Film wirkt zwiegespalten und zerissen, kann sich nicht wirklich entscheiden und wirkt fahrig. Nicht langweilig, die Zeit geht gut um, aber es bleibt halt auch kaum etwas länger im Gedächtnis.

 

Kommen wir aber erstmal einmal zu den guten Dingen. Zum Großteil gefällt mir der Main Cast. Karen Gillan hat ein paar gute Momente, sie wirkt manchmal akward, was ganz gut zu dem ganzen Charakter passt der schließlich in der Killer Branche augezogen wurde. Von Lena Heady war ich eh immer schon ein großer Fan und ich mag sie sehr.

Carla Gugino mag ich auch egal was sie spielt und hier gibt sie einem Vibes von einer Bibliothekarin gemixt mit Sarah Palin und Lisa Ann (wenn die einer kennt ;)). Tolle Frau, aus ihrer Rolle hätte man mehr und länger etwas machen können.

 

Michelle Yeoh ist ne Legende, aber wirkt für mich hier irgendwie verschenkt und bei Angela Bassett hab ich mich erschreckt. Auch bei den anderen Damen merkt man den ein oder anderen Eingriff, aber Angela Bassett hat definitiv zu viel machen lassen, das Gesicht wirkt sehr steif und emotionslos und die Mundpartie irritiert mich. Das kleine Mädel ist super, gut gecastet und macht das wirklich gut.

Den einzigen Herr den man kennt ist Giamatti und er spielt eine seiner Standardrollen. Der etwas schräge Bad Guy mit einem guten Herzen. Wie gesagt, eine Standardrolle für ihn, man bekommt das was man erwarten darf. Alle anderen Männer im Film sind ziemliche Idioten. Sei es die drei Handlanger die wirklich selten dämlich sind, der naive Oberboss oder die komische Gangsterbande (die Monstermasken aufhaben: Dracula, Mumie, Frankenstein, Werwolf) die sich gegenseitig ausschaltet, wirklich alle total dämlich.

Der Film hat einen guten, coolen, überzeichneten Look, der mir gefällt. Die Action ist over the top und sicherlich nicht realistisch. So ein wenig John Wick auf Crack, aber da gibt es ein riesiges aber.
Das ist nicht einmal das CGI Blut, was leider Standard ist, was für eine verdammte Entwicklung, nein es sind die Kampfszenen von Gillan.

Denen fehlt der Impact, die Choreographie sitzt, aber es wirkt halt auch wie eine Choreo. Entweder wurde da nicht genug mit der Kamera kaschiert, ihr fehlt da das Talent und man hätte mehr mit Stuntleuten arbeiten müssen oder es lag am 4K (übrigens sieht der Film in 4K toll aus). Auf jeden Fall ist das akward.

 

Bei den Sequenzen ist der Angriff auf die Bibliothek das Highlight, der ist unterhaltsam und recht abwechslungsreich gestaltet. Die Ganze Sequenz im Krankenhaus ist mir einfach zu doof und übertrieben (auch wirkt sie gewollt witzig) und das Ende ist etwas underwhelming.

Das Ganze ist ziemlich blutig, selbst abgetrennte Köpfe gibt es zu sehen, das Ganze ist halt so over the top inszeniert das man das nicht wirklich ernst nehmen kann. Ein Tot (bis vllt eine Ausnahme, aber auch nur bedingt) hat quasi keine Auswirkung auf den Film.

Fun Fact:
Der deutsche Kampfsport Export Mike Möller bekommt von den Damen in der Bibliothek nicht nur ordentlich auf die Mütze, Michelle Yeoh darf ihn auch quasi hängen. Da hat er einen richtig guten Spot erwischt. Kudos to Mike!

 

Fazit: Gunpowder Milkshake lässt mich zwiegespalten zurück. Einige Elemente machen richtig Spaß, einige funktionieren leider gar nicht. Mal enstehen tolle Momente und manchmal ist das Ganze einfach total zusammenhanglos. Die Zeit geht gut rum, aber es bleibt nichts hängen.