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#314 Replicas

©Concorde
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Leider ein Fehlschlag!

Replicas (4/10)

 

Story:

Der Neurowissenschaftler Will Foster (Keanu Reeves) befindet sich kurz vor dem Durchbruch, einem Computer menschliches Bewusstsein übertragen zu können. Da sterben sowohl seine Frau als auch die drei Kinder bei einem tragischen Verkehrsunfall. Völlig verzweifelt zwingt Will seinen Labor-Kollegen Ed, ihm dabei zu helfen die Körper seiner Liebsten zu klonen und Replikate mit allen alten Erinnerungen herzustellen. Schnell kommt die Aufsichtsbehörde der Regierung auf die Spur seiner verbotenen und höchst umstrittenen Machenschaften …

 

Wenn ein Film 2016 gedreht wurde und 2019 erscheint, dann ist das kein gutes Zeichen. Wenn ein Film zeitgleich mit dem Release in Deutschland sofort kostenfrei als Prime Kunde zu sehen ist, dann ist das ein weiteres alarmierendes Zeichen.

 

Nach den ersten Bewertungen bin ich dann auch mit sehr gedämpften Erwartungen an den Film herangegangen und muss leider feststellen dass die negativen Bewertungen vollkommen gerechtfertigt sind.

 

Das fängt schon bei der Story und deren Umsetzung an. Das ganze Thema Klonen / Ewige Leben / Seele usw. wird schon sehr naiv aufbereitet. Richtig in das ethische Dilemma geht der Film gar nicht erst rein, wenn dann nur oberflächlich und wie gesagt sehr naiv. "Ich verliere meine Familie, also ist alles erlaubt. Das andere Leute sterben die ich mit reinziehe? Hej, ist alles kein Problem."

 

Dazu kommen dann noch riesige Plotlöcher. Es fehlt eine Klonbox! Aber in der nächsten Szene läuft einer der Charaktere genau an einer vorbei? Das Verhalten der Charaktere ist häufig kaum nachvollziehbar und das Ende setzt dem Ganzen die Krone auf. Für mich nicht im Geringsten schlüssig. Da gibt es noch andere Elemente die nicht passen, aber auf die gehe ich wegen Spoilergefahr nicht ein.

 

Wenn das nicht schon Probleme genug wären ist Keanu von der Rolle überfordert. Ich liebe den Mann, für Actioner ist er mit seiner stoischen und gleichzeitig sympathischen Art einfach perfekt (Speed, Matrix, John Wick), aber in einer solchen dramatischen Rollen tut er sich einfach absolut keinen Gefallen. Emotionen kann er kaum transportieren und den Wissenschaftler würde ich wohl Van Damme mehr abnehmen als ihm.

 

Wie gesagt, ich mag ihn sehr und der Mann ist Kult, schauspielerisch sind ihm aber Männer wie Sly, Van Damme und Lundgren aus meiner Sicht überlegen. Nur haben Sie nicht seinen Ruf (vor allem letztere zwei).

 

Auch ist Alice Eve zu jung um schon die Mutter der Teenager zu spielen. Keanu ist 18 Jahre älter als Sie, dieses Casting werde ich in Hollywood nie nachvollziehen können. Immerhin gibt John Ortiz, wie immer eigentlich, einen verlässlichen Bösewicht ab.

 

Die Musik ist recht generisch und die Action sowie Verfolgungsjagden sind auch austauschbar. Es gibt kaum etwas was den Film herausstechen lässt. Die Effekte hat man auch schon einmal besser gesehen, ich denke da an Tom Cruise in Minority Report.

 

Somit lässt sich zusammenfassen das der Flop (8 Mio Einspiel bei einem Budget von 30 Mio) mehr als gerechtfertigt ist. Der Film wird schnell in Vergessenheit geraten und einen weiteren Ausrutscher in der Filmografie von Keanu darstellen (Siberia usw.). Keanu sollte seine Rollenauswahl überdenken, sonst landet er (außer mit John Wick) im Regal von Travolta, Cage und Konsorten.

 

Fazit: Inhaltlich ist das leider nix, auch die Umsetzung lässt stark zu wünschen übrig. Alles viel zu generisch, ohne Höhepunkte und nicht nachvollziehbar. Eine verpasste Chance, bitte Keanu lass von solchen Filmen die Finger.

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