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#422 Bad Boys II

©Sony Pictures
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Eine einzige Enttäuschung!

 

Bad Boys II (5/10)

 

Story:

Die Drogenfahnder Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) haben ja schon einiges erlebt, doch als Marcus' Schwester, die Undercover-Agentin Syd (Gabrielle Union), zwischen die Fronten eines Drogenkriegs gerät, fliegen die Fetzen. Denn Unterwelt-Mufti Johnny Tapia (Jordi Molla) will sich die Kontrolle über den Rauschgifthandel in Miami sichern und nimmt Syd als Geisel. Da können die "Bad Boys", die auch in aussichtslosen Situationen nie den Humor verlieren, natürlich nicht untätig zusehen. Nicht zuletzt, weil Lowrey mehr als nur berufliches Interesse an der Lady hat.

 

Es dauert 8 Jahre (bis zum Jahr 2003) bis es zu einer Fortsetzung von Bad Boys kam. In dieser Zeit wurde Will Smith ein Superstar und auch Michael Bay wurde einer der wichtigsten Regisseure seiner Zeit. Nur Martin Lawrence konnte nicht ganz diesen Status erreichen, obwohl er nicht komplett abgehängt wurde, immerhin hatte er mit Nix zu verlieren oder Big Mamas Haus veritable Hits, wenn auch keine Blockbuster!

 

Zusammen mit Produzent Bruckheimer (sein kongenialer Partner Don Simpson starb 1996), machten sich die drei Herren auf einen sicheren Hit zu landen. Es wurde auch ein Hit, aber das Budget explodierte im Vergleich zum ersten Teil (es war sogar höher als beim dritten!) und ich bin mir sicher die Beteiligten erhofften sich ein größeres Einspiel (auch hier hat bereits Teil 3 die Nase vorn).

 

Am Ende erreicht der Film für mich zu keinem Moment die Klasse des ersten Teils. Der Film ist viel zu aufgeblasen, aufgebläht, unrealistisch und zu weilen nervig. 

 

Das liegt auch und vor allem an Bay, der hier keine Grenzen kennt und rausfeuert was ihm so in den Sinn kommt, darunter leidet die Story und vor allem die Glaubwürdigkeit. Alles muss größer und wilder sein, die Action überbordend ohne Sinn zu machen. Ich meine die Invasion am Ende?!!!

 

Dazu wirken die Charaktere zum Teil auch nur noch wie Karikaturen, Jordi Molla zum Beispiel ist ein toller Darsteller, aber hier wirkt sein Bösewicht nicht bedrohlich sondern eher grenzwertig zur Lächerlichkeit. Wie gesagt ein toller Darsteller, liegt eher an der Inszenierung. Gleiches gilt für Peter Stormare.

 

Der Film hat bei weitem nicht mehr die Balance des ersten Teils. Der Humor wirkt häufiger nur noch klamaukig und zotig (die Ratten oder die ganze Ecstasy Nummer). Dazu kommt es das der Fokus ungleicher verteilt wird, Will Smith wird ins Zentrum gerückt und wirkt hier einfach nur noch arrogant. Zum Ende wird es etwas besser, aber hier wird es einfach zu viel. Auch die Liebesgeschichte wirkt kaum überzeugend und eher deplatziert.

 

Ich bin dem Film gegenüber inzwischen etwas milder, ich erinnere mich noch ganz genau daran als ich ihn damals im Kino sah und einfach nur extrem sauer und enttäuscht war, was aus so einem tollen ersten Klassiker gemacht wurde. Das erinnert mich in dem Abschwung nur an Matrix 2, nach dem grandiosen ersten. Wie gesagt alleine das strunzdoofe Ende....auf einmal setzen sie sich über alle Grenzen und Regeln hinweg und starten ne Invasion in Kuba.

Dazu machen Sie mit einem Hummer ein ganzes Wellblechdorf platt. Das hat Bay nur gemacht weil es gut aussieht, Sinn macht das überhaupt nicht und normalerweise müssen dabei ja hunderte von Menschen sterben!

 

Inzwischen kann ich das aber etwas besser abschichten und das ein oder andere funktioniert ja. Die Action auch der Sturm auf die Villa sind gut inszeniert und vieles ist dabei noch handgemacht. Auch bei der Verfolgungsjagd (die einem aber irgendwie trotzdem kalt lässt) gibt es viele handgemachte Effekte zu sehen. Auch die Eröffnungsszene mit dem Ku Klux Klan bleibt einem im Gedächtnis oder die Szene mit Reggie, dem ersten Date von Marcus Tochter (wird im 3. Teil noch einmal relevant) macht Spaß.

 

Trotzdem ist das alles in allem eine mehr als enttäuschende Fortsetzung die nur hin und wieder etwas Charme aufblitzen lässt, aber insgesamt einfach viel zu größenwahnsinnig und großspurig ist.

 

Fazit: Eine enttäuschende Fortsetzung. Erreicht nicht im Ansatz die Klasse, den Charme oder das Kultpotenzial von Teil 1. Viel zu übertrieben, extrem schlecht ausbalanciert und Will Smith geht mir hier ordentlich auf die Nerven. Das war leider nix.