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#498 Drive

Bunter, überdrehter akrobatisch beeindruckender Action Spaß!

 

Drive (7/10)

 

Story:

Als blinder Passagier auf einem Frachter hat sich Toby Wong (Mark Dacascos) in die USA geschmuggelt. Ein Biomotor verleiht ihm zusätzliche Stärke und Schnelligkeit, die er, kaum angekommen, auch prompt unter Beweis stellen kann, als ihm ein Killerkommando auflauert. Auf seiner Flucht gabelt er den glücklosen Komponisten Malick auf, den erst sein Gegner und dann Toby als Geisel nehmen. Gezwungenermaßen verbrüdern sich die beiden und legen gemeinsam ein Motel und eine Bar in Schutt und Asche.

 

Der Film bewegt sich völlig zu Unrecht unter dem Radar und ist nur den eingefleischten Action Fans ein Begriff. Dabei ist er wirklich sehenswert und ist für seine Zeit was besonderes.


Der Film entstand 97 unter der Regie von Steve Wang, der unverständlicher Weise kaum weitere Regiebeiträge vorzuweisen hat. Vor allem nach diesem Film hätte eigentlich noch was folgen müssen.


Der Film hat definitiv starke Hongkong Einflüsse, Wirework ist vorhanden wenn auch definitiv entspannter als in China Filmen und das alles vor dem großen Erfolg von Matrix (99) in Hollywood der das breitflächig salonfähig gemacht hat.


Der Film atmet auch definitiv stark den Geist von Jackie Chan. Der Humor (und auch Slapstick) ist hier breit ausgelebt, dazu wäre es ein Wunder wenn die Macher von Rush hour (98) sich hier nicht an dem Film orientiert hätten.


Der nimmt vieles der Buddy Elemente von Chan und Tucker vorweg. Natürlich sind Tucker und Chan noch einmal ein anderes Level, aber trotzdem hat man sich sicherlich mehr als nur inspirieren lassen von Drive.


Die Story ist absolute Banane und der Film ist beinahe permanent drüber. Nicht immer passt alles (die Gesangseinlage von Dacascos hätte man sich sparen können) z.B. ist das Freunde werden viel zu schnell und unrealistisch. Oder der Doktor Frosch, so ein Schwachsinn.


Aber und das ist wirklich bemerkenswert, man nimmt nix dem Film krumm. Man merkt, das kommt auch in Making Of durch, alle Beteiligten waren mit unglaublich viel Motivation, Herzblut und Spass bei der Sache. Das ist so ein Film da überträgt sich das ganze wie von Geisterhand vom Film auf die Zuseher. 


Der Film macht derbe Laune, hat für einen Film mit so einem Fun Level, vor allem im Vergleich zu Rush Hour, ein ordentlichen Härtelevel. Da wird gestorben und es fliegt mal ein Körperteil.


Es gibt ein paar wilde Actionsequenzen zu sehen und mein Highlight ist der Block in der Motelanlage, inklusive Werkstatt. Dazu fliegt einiges in die Luft und das meiste ist schön handgemacht.


Dacascos hat unfassbaren Spaß und wollte unbedingt einen Hongkong Style movie machen, die Chemie mit dem Partner ist ordentlich wenn auch nicht legendär wie in anderen Buddy Filmen.


Brittany Murphy hat eine beeindruckende Nebenrolle die auch nur spielen kann. Bei jedem anderen würde man durchdrehen, sie war schon eine Klasse für sich. Rest in Peace.


Die Bösewichte sind recht farblos, bis auf den "mechanischen" Endgegner, den Prototyp Killer. Dazu kommt der leicht rassische Gary Oldman Verschnitt. Bei seinel ersten Auftritt dachte ich das Oldman aus Bram Stokers Dracula sich am Set verirrt hätte. Er und sein Kumpel agieren eher als Comedy Reliefs.

 

Fazit: Ein Film der unfassbar Spaß macht. Die Story kann man eigentlich vergessen, aber die Action, die Akrobatik ist überragend. Die Hongkong und Jackie Chan Anleihen sind nicht zu verstecken, was den Film für die damalige Zeit sehr außergewöhnlich war.