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#525 Code AVA

©Eurovideo
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Unterhaltsam, aber nicht fokussiert genug

 

AVA (6/10)

 

Story:

Ava (Jessica Chastain) ist eine eiskalte Profikillerin, die für eine zwielichtige Organisation hochkarätige Zielpersonen auf der ganzen Welt ausschaltet. Doch als einer ihre Jobs aufgrund falscher Informationen schiefläuft, wendet sich für Ava das Blatt. Sie wird in den Zwangsurlaub geschickt, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Noch weiß sie nicht, dass ihr Boss Simon (Colin Farrell) selbst Killer auf sie angesetzt hat und Ava ums eigene Überleben kämpfen muss…

 

Jessica Chastain hat sich in den letzten Jahren zu einer meiner Lieblingsschauspielerinnen entwickelt. Eine tolle Charakterdarstellerin, die auch noch gut aussieht und in vielen verschiedenen Rollen überzeugen kann. 

Filme über Killer sind ja schon lange nix neues mehr, auch Frauen in solchen Rollen sind ja schon lange keine Revolution mehr, siehe Colombiana, Haywire oder Atomic Blonde. Also wollte wohl auch Jessica Chastain in einem solchen Film mitspielen und ihre Bandbreite zeigen.

 

Sie war auch als Produzentin beteiligt und um dem ganzen ein paar neue Noten zu verteilen wurden neben dem Killer Zeugs noch ein wenig Familiendrama eingebunden. 


Manchmal ist jedoch weniger mehr und vor allem kann ein größerer Fokus auf das einfache, einen Film tatsächlich besser machen.

 

AVA ist hier das perfekte Beispiel. Das ganze Familiengeraffel hätte man weglassen können, auch wenn es schön war mal wieder Geena Davis in einem Film zu sehen. Sie könnte alterstechnisch tatsächlich die Mutter von Jessica Chastain sein, hat sich aber wirklich gut gehalten und ist im Gegensatz zu vielen Ihrer Kolleginnen, wirklich gut gealtert.

 

Das ganze Familiendrama wirkt jedoch unrealistisch, nicht wirklich mit dem anderen Teil des Films verbunden und gibt dem Charakter der AVA auch nur bedingt mehr Tiefe. Das ganze Geschehen wirkt extrem  aufgesetzt. Es hat manchmal das Gefühl als ob 2 unterschiedliche Filme mit Gewalt in einen gepresst wurden.

 

Common ist zusätzlich einfach Fehlbesetzt, der darf von mir aus gerne einen Killer wie in John Wick 2 spielen, aber doch nicht den Love Interest. Die Chemie zwischen Ihm und Chastain besteht auch überhaupt nicht.

 

Der Film ist definitiv besser wenn er sich auf den Killer Strang der Story fokussiert. Hier bekommt man nicht wirklich etwas neues geboten, das gleiche hat man z.B. schon bei Haywire gesehen, aber nun gut das stört mich nicht. Filme über Killer die von ihrer Organisation gejagt werden gab es wie bereits erwähnt schon dutzendfach.

 

Chastain trägt dafür den Film und ist einfach eine gute Schauspielerin. Sie bekommt die Range hin zwischen verletzlich und hart und wirkt glaubwürdig auch wenn Ihre Rolle sich unglaubwürdig verhält. So cool oder so ein Badass wie Charlize Theron ist sie jedoch nicht. Theron ist als Action Heldin doch noch ein anderes Level.

Die Action ist mir hier hin und wieder zu künstlich. Vor allem die Sequenz in Riad, wurde halt ganz woanders gedreht, da wurde zu viel CGI eingesetzt und das lässt das ganze etwas aufgesetzt wirken. Die Fights entsprechen dem was ma aktuell einfach erwarten darf und dürften Genre Fans zufriedenstellen.

 

Neben Chastain sind es aber vor allem die Nebendarsteller die den Film so sehenswert machen. Nicht nur Geena Davis, Ion Gruffudd (herrlich abstoßend) oder Joan Chen (schön auch sie mal wieder zu sehen), sondern vor allem John Malkovich ist hier zu nennen. Was für ein toller Mann! Früher war er ein grandioser Killer (In the Line of Fire), jetzt ist er eine total überzeugende Vater (Opa) Figur, die selbst in einer solchen Rolle viel Wärme ausstrahlt. Ich liebe den Mann inzwischen einfach, der wertet jeden Film auf!

 

Colin Farrell wird zwar nicht über Gebühr gefordert, aber gibt einen ordentlichen Bad Guy. Die Szenen zwischen ihm und Malkovich sind für mich das Highlight des Films! Das Ende wirkt dann leider nicht ganz stimmig und macht nur bedingt Sinn.

 

Insgesamt sind mir im Vergleich Haywire (mit der grandiosen Gina Carano, die ich liebe) und Atomic Blonde (mit der unfassbaren Charlize Theron die im Alter immer besser wird) deutlich lieber, da sie fokussierter und vor allem auch einfach besser sind. Trotzdem ist AVA ordentlich und hat starke Momente, aber leider auch paar Schwächen.


Der Film profitiert vom starken Cast, leidet aber etwas unter dem Versuch die Psychologie und die Herkunft der Figur in den Mittelpunkt zu stellen.


Als Fan von Jessica Chastain und weiblichen Profikillern kann man sich den aber auf jeden Fall ansehen.

 

Fazit: AVA funktioniert vor allem wegen Chastain. Auch Malkovich und Farrell bringen viel ein und überspielen einige schwache Stellen im Skript. Zusätzlich hätte ich den ganzen Nebenstrang nicht gebraucht. Wer Haywire oder Atomic Blonde mag der kann hier mal reinschauen, auch wenn er definitiv besser hätte sein sollen.