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#397 Der Liquidator

©WVG Medien GmbH
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Ein Exploitation Klassiker!

 

Der Liquidator (8,5/10)

 

Story:

In einem totalitäten lateinamerikanischen Staat wird ein regimekritischer Journalist zu Tode gefoltert. Sein Freund, der ehemalige Profikiller Holland (Charles Bronson), findet heraus, dass ihn Folterexperte Dr. Moloch, der in Guatemala lebt, im Auftrag der Militärs getötet hat. Holland tötet die Leibwächter, bringt Molochs lesbische Schwester in seine Gewalt und lotst den Mörderarzt in eine tödliche Falle.

 

Der Liquidator war eigentlich als Film für die legendären Cannon Studios geplant, aber kam leider (oder vielleicht besser so) nicht unter Cannon Ägide zustande. Am Ende wurde das der einzige Film von Bronson aus den 80ern der nicht unter Cannon Schirmherrschaft entstand sondern der Film wurde zum letzten Film eines 3-Filme Deals zwischen Bronson und ITC um Lew Grade. Die anderen beiden waren Love and Bullets und der Grenzwolf.


Der Film wirkt auch etwas hochwertiger und teurer als die meisten Cannon Produktionen dieser Zeit. Dadurch das er auch komplett in Mexiko gedreht wurde wirkt der Film auch etwas frischer als viele anderen Bronson Filme der 80er.

 

Auf dem Regiestuhl durfte Bronsons Lieblingsregisseur (seiner späteren Jahre) J.Lee Thompson Platz nehmen und die beiden funktionieren wie eh und je als eingespieltes und produktives Team. Thompson schaffte es einfach immer wieder gute Leistungen aus Bronson rauszukitzeln.

 

Er darf eine für ihn klassische Rolle spielen, den Rächer. Zwar ist er hier ein ehemaliger Killer, aber er kommt mal wieder durch und durch als Good Guy rüber, auf dessen Seite man die ganze Spielzeit über steht. Die Rolle hat halt nicht wirklich viele Schattierungen, aber was solls Charlie rules!

 

Was den Film von seinen anderen Ausflügen in den 80ern abhebt ist der Härtegrad der noch einmal drastisch angezogen wird und die Figur des Folterexperten. Joseph Mahrer (der in Sister Act später einen Priester spielen sollte!!!) spielt den "Arzt" mit einer Zurückhaltung die seine Taten und seine Rolle noch widerwärtiger wirken lässt. Super gecastet.

Alleine schon der Beginn setzt eine unangenehme Atmosphäre und die Folterszene ist für einen Mainstream Actioner der 80er ziemlich hart! Auch danach geht es genauso weiter wenn sich Bronson die Videos der Folteropfer anschaut. Man sollte hier keine kritische Auseinandersetzung mit Folter erwarten, das ist nur Mittel zum Zweck und funktioniert hervorragend.


Auch das die Folger von lateinamerikanischen Staaten eingesetzt wurde, mit amerikanischer Hilfe, dient nur zum Hintergrund, ist für einen Bronson Film dennoch schon als Recht mutig zu bezeichnen. Aber das ist alles nur der Rahmen, die Härte und die Action steht im Mittelpunkt.

 

Auch im späteren Verlauf, wird jemand umgebracht, dann ordentlich drastisch und hart. Gibt es Schusswunden (z.B. mit der Pumpgun), dann fließt ordentlich das Blut und ist recht graphisch. Auch der Tod des Doktors ist schön inszeniert und passt zum Film.

 

Legendäre Szene: 
Der Kampf der nur aus Eierquetschen und Pimmelverdrehen bestand. Man muss es sehen um es zu glauben! Schaut hier.

 

Am Ende ist der Liquidator Exploitation at it's best und lässt selbst seine anderen kontroversen Filme recht alt aussehen wenn es um den Härtegrad geht. Ein Klassiker, der super funktioniert, in dem kaum Langeweile aufkommt (90 Minuten pure Unterhaltung), der einen ordentlichen Härtegrad besitzt und indem Bronson zeigen darf was er als bestes kann, Rache nehmen!

  

Fazit: Ein Exploitation Klassiker mit Charles Bronson. Der Film ist hart, düster und lässt einem mit einem dauerhaften Unbehagen zuschauen. Einer des besten Bronson Filme der 80er!