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#698 Wie schmeckt das Blut von Dracula

©Studio Hamburg Enterprises
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Die Serie baut langsam ab.

 

Wie schmeckt das Blut von Dracula (5.5/10)

 

Story:

Er ist zurück!In einer schauerlichen Zeremonie will Lord Courtley mit Hilfe dreier Männer den Grafen Dracula (Christopher Lee) auferstehen lassen. Als Courtley im Schein schwarzer Kerzen den teuflischen Ritus beginnt, greift die Besessenheit des Lords auf die anderen über. Das Verhängnis nimmt seinen teuflischen Lauf und Courtley wird bestialisch ermordet. Der wiedererweckte Dracula jedoch schwört den drei Männern und ihren Familien grausame Rache.

 

Christopher Lee wird wohl für immer in einem Atemzug mit seiner berühmtesten Rolle als Dracula genannt werden. Er hat Dracula nicht nur in 7! Filmen der Hammer Studios gespielt sondern den Blutsauger oder generell weitere Vampir Rollen in Produktionen von anderen Studios.

Es wird Lee nicht ganz fair ihn nur auf Dracula zu reduzieren. Der Mann war ein toller Darsteller und hatte einige tolle Rollen, vor allem in seinen späteren Jahren, z.B Saruman in den Herr der Ringe Verfilmungen oder auch als Count Dooku in Star Wars. Trotzdem ist er am bekanntesten als Dracula, war er doch durch seine Größe, sein Äußeres, sein Charisma und seine Präsenz einfach ein perfekter Dracula.

Wie schmeckt das Blut von Dracula war sein vierter Auftritt als Dracula in einer Hammer Produktion. Hier einmal die Auflistung der gemeinsamen Produktionen:

Dracula (1958) (8/10)

Blut für Dracula (1965)

Draculas Rückkehr (1968) (6/10)

Wie schmeckt das Blut von Dracula? (1970)

Dracula – Nächte des Entsetzens (1970)

Dracula jagt Minimädchen (1972)

Dracula braucht frisches Blut (1973)

 
Nach dem ersten Auftritt (und überragenden Erfolg) als Dracula im Jahre 1958 weigerte sich Lee für einige Jahre in seine Erfolgsrolle zurückzukehren. Schlussendlich erlag er 1965 dem Angebot und trat für Hammer in Blut für Dracula (wo er übrigens keinen Dialog hat) wieder auf und in den Folgejahren folgten in schneller Abfolge weitere, aber leider auch immer unerfolgreichere Sequels.

Wie schmeckt das Blut von Dracula ist der vierte Teil der Dracula Reihe mit Lee und hier ist alles noch auf einem ordentlichem Niveau. Ende der 68er, Anfang der 70er kam Hammer in unruhige Fahrwasser, 1970 war zwar nicht alles Gold was glänzt, aber die Filme fuhren noch Geld ein. Mit veränderten Sehgehwohnheiten und Produktionen aus Amerika die, sagen wir mal, mehr in die vollen gingen kamen die Hammer Filme mit zunehmender Zeit altbacken daher. Auch wenn dieser Film versucht mit nackten Brüsten versucht etwas dagegen zu halten.

1970 war der Niedergang von Hammer noch etwas hin und es gab auch noch solides Budget und genug Möglichkeiten einen Dracula Film zu finanzieren, der dann auch noch ok erfolgreich war, ohne aber einen großen Gewinn einzufahren. Trotzdem hielt es die Macher nicht ab noch weitere Filme zu produzieren.

Der Film ist ordentlich gefilmt und atmosphärisch, wie man es von einer Hammer Produktion erwarten darf und kann. Er kommt nicht an die Atmosphäre des Films von 1958 heran. Das ganze hatte noch etwas künstlerisches, malerisches an sich. Trotzdem Hammer Filme stehen für eine besondere Atmosphäre und diese strahlt auch dieser Teil aus.

 

Der Film schließt übrigens direkt an den Vorgänger an, bzw. die Todesszene von Dracula wird in diesem Film zu Beginn wiederverwendet bzw. in den Beginn eingewoben.

 

Alles steht und fällt natürlich mit der Präsenz von Lee und er ist einfach der geborene Dracula, jedoch wirkt er hier schon etwas gelangweilter und wird sporadischer eingesetzt. Trotzdem er ist einfach wie geschaffen für diese Rolle. Er schafft es in einer Szene animalisch zu wirken und in der anderen wie ein Aristokrat. Auch wenn er nicht so effektiv eingesetzt wird wie z.B. in Draculas Rückkehr.

Neben Lee hat das Budget nicht wirklich für bekannte Namen gereicht, Vincent Price war wohl geplant aber wurde dann gestrichen. Bekanntester Name wird für Bond Fans Geoffrey Keen sein, der in 6 Filmen den Verteidigungsminister spielen durfte. Die Bond Rollen kamen tatsächlich aber erst nach dem Dracula Auftritt.

 

Keen darf als trinkender, konservativer Vater ein paar schöne Facetten zeigen und hat eine überraschend vielschichtig angelegte Rolle. Daneben sticht eventuell noch Ralph Bates als Lord Courtley heraus der den "Teufelsanbeter" richtig ausleben darf. Die Damen sind nett anzusehen, aber haben kaum Personality. 

 

Neben nackter Haut, wird auch das Blut etwas mehr und deutlicher eingesetzt. Damit setzt man hier und da ein Highlight und schafft es auch die ein oder ander Schwäche zu übertünchen. Das Ende von Dracula ist aber etwas einfallslos und abrupt und wirkt extrem antizyklisch.

Das Drehbuch überzeugt nicht vollständig, die ein oder andere Szene wirkt wie in den Film forciert, nicht alles ergibt wirklich logisch Sinn und  es wirkt irgendwie als ob einige Ideen zusammengewürfelt wurden. Dafür ist das ganze Beschwörungsthema ein nettes Plus und eine interessante Abwechslung genauso wie das Dracula eigentlich niemanden umbringt sondern die Kinder die Väter.

 

Hier und da wirkt der Film dann doch etwas günstig, aber insgesamt können sich die Sets noch durchaus sehen lassen (auch wenn Dracula an nicht vielen Sets eingesetzt wird, Lee hatte wohl nicht viele Drehtage), auch wenn Draculas Rückkehr bessere Kulissen vorweisen konnte. 

 

Schlussendlich ist das eine ordentliche Fortsetzung, die mit Busen und der ein oder anderen expiziteren Gewaltszenen, sowie dunkleren Themen versucht das günstige Budget zu überdecken. 

 

Fazit: Dieser Dracula erreicht nicht die Klasse des Vorgängers schafft es aber immer noch diese klassische Hammer Atmosphäre transportieren. Auch wenn hier der Plot nicht ganz überzeugen kann, Lee als Dracula geht immer und es gibt Busen!