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#746 Die Faust des Condors

©Tiberius
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Eigenwillig, nur etwas für Martial Arts Fans

 

Die Faust des Condors (5/10)

 

Story:

Einer Legende zufolge haben sich die Inkas im 16. Jahrhundert mit einer tödlichen Kampftechnik gegen die Spanier gewehrt: der Faust des Condors. Bis heute wird das Geheimnis durch einen ausgewählten Großmeister streng gehütet. Verschiedene Kampfsportler suchen die Anleitung und wollen gegen den Meister (Marko Zaror) kämpfen. Doch sie finden nur seinen Bruder (wieder Marko Zaror), der die Künste allerdings auch perfekt beherrscht.

 

Marko Zaror hat sich bei Action und Martial Arts Fans in den letzten Jahren einen guten Namen erarbeitet. Sei es durch die Zusammenarbeit mit Scott Adkins in Filmen wie Savage Dog und Undisputed III (da wurde er vielen zum ersten mal ein Begriff) oder auch inzwischen in größeren Produktionen wie: Machete 2, Attila (beide von Robert Rodriguez) oder John Wick 4.

 

Übrigens werdet ihr auf dieser Seit sehr zeitnah ein Interview mit Herr Zaror finden, wo wir über seine Anfänge in Chile, seine großen Produktionen, Scott Adkins, aber auch Fist of Condor sprechen.

Im Interview berichtete er mir bereits das er Fist of Condor als eine Liebeserklärung für die Martial Arts versteht, auch fließen hier sehr stark seine Philosophien und Überzeugungen ein (zum Beispiel auch zum Thema Ernährung). Man spürt dem Film dieses Herzblut durchaus an. Für den Film tat sich Zaror auch mit dem Regisseur (erneut) zusammen mit dem er bereits seine anderen Martial Arts Filme zum Start seiner Karriere in Chile aufnahm. 

 

Herr Zaror ist eh schon in jedem seiner Filme eine beindruckende Gestalt, ist er doch schon alleine durch seine Größe imposant. Hier hat man aber das Gefühl das er sich noch einmal zu einer Peak Performance gearbeitet hat, wenn er zuschlägt sieht man jede Faser seines Körpers. Er ist groß, massig, aber auch total sehnig, beindruckend welche Form er hier hat.

Der Film ist auch eine eindeutige Liebeserkläung an die alten Kung Fu Filme der Shaw Brothers inklusive etwas Wire Work, aber auch andBruce Lee und die Serie Kung Fu mit David Carradine, wird einen gewissen Einfluss gehabt haben. Schließlich wird sie im Film sogar referenziert.

Dem Film stand nicht viel Budget zur Verfügung, er ist sehr low Budget. Das versucht er durch ein paar schöne Landschaftsaufnahmen und viel Spiel draußen an der frischen Luft zu übertünchen. Klappt mal mehr und mal weniger. 

 

So sehr Zaror in den Fights körperlich überzeugen kann, so sehr stößt er doch als Schauspieler, in einer Doppelrolle, an seine Grenzen. Hier und da ist man auch tatsächlich verwirrt wen der Brüder man zu sehen bekommt, der Film springt in den Zeitebenen auch hin und her, dass macht es nicht einfacher.

Der Film ist etwas sperrig, macht es einem nicht leicht einen klaren Handlungsrahmen/Faden zu finden, einiges wird auch nur angedeutet und dazu kommt der Fokus auf Martial Arts Philosophien. Deshalb der Hinweis: Das ist definitiv etwas für Martial Arts Liebhaber und Interesierte, aber weniger für den klassischen Actionfan. 

 

Die Fights sind schön gefilmt, es ist schon erstaunlich wie fit Zaror ist und zu was er (auch ohne Kabel) im Stande ist. Es gibt eigentlich jede paar Minuten einen Kampf oder etwas Training zu sehen. Der Film hat ne netto Spielzeit von knapp 75 minuten, geht also zügig vorbei.

 

Das Ende lässt die Geschichte für eine Fortsetzung offen, kommt aber etwas ernüchternd daher. Das fühlt sich dann doch enttäuschend und unrund an und hätte man anders lösen können. Ist das Budget ausgegangen oder war es so geplant? Darüber kann man nur spekulieren,

 

Fazit: Marko Zaror ist ein famoser Martial Artist und man spürt seine Liebe, seine Verbindung zu den Kampfkünsten (und auch zu alten Kung Fu Filmen). Der Film versucht philosophisch zu sein und bedient keine klassische Erzählstruktur. Sperrig und nicht für jedermann, aber mit tollen Fights versehen. Nur etwas für Liebhaber.