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#707 Blut für Dracula

©Anolis Entertainment
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Die beste Dracula Fortsetzung!

 

Blut für Dracula (6.5/10)

 

Story:

In den Karpaten überlässt bei Dunkelheit ein Kutscher vier Reisende aus England ihrem ungewissen Schicksal: zwei Brüder samt Ehefrauen. Wovor hat er Angst? Die vier Fremden wissen es nicht. Sie finden eine Unterkunft in den Ruinen eines Schlosses ganz in der Nähe. Aber es ist nicht die Gastfreundschaft, die den eigenartigen Diener eines Toten treibt, die Reisenden zu bewirten. Es ist das Blut eines der Brüder, mit dem er seinen Herrn, der zu Staub zerfallen ist, wieder zum Leben erwecken will. Und es ist das Blut der beiden Damen, das dem wiederauferstandenen Grafen Dracula neue Lebenskraft spenden soll.

 

Christopher Lee und seine Rolle als Dracula sind untrennbar miteinander verbunden. Er hat Dracula sieben mal in Hammer Produktionen gespielt und für andere Produktionsfirmen darüber hinaus.

 

Blut für Dracula war sein zweiter Auftritt als Dracula in einer Hammer Produktion.
Hier einmal die Auflistung (und die bisherige, persönliche Einordnung) der gemeinsamen Produktionen:

Dracula (1958) (8/10)

Blut für Dracula (1965)

Draculas Rückkehr (1968) (6/10)

Wie schmeckt das Blut von Dracula? (1970) (5.5/10)

Dracula – Nächte des Entsetzens (1970) (5/10)

Dracula jagt Minimädchen (1972)

Dracula braucht frisches Blut (1973)

 
Nach dem ersten Auftritt (und überragenden Erfolg) als Dracula im Jahre 1958 weigerte sich Lee für einige Jahre in seine Erfolgsrolle zurückzukehren. Schlussendlich erlag er 1965 dem Angebot und trat für Hammer im vorliegenden Blut für Dracula auf. In den Folgejahren folgten in schneller Abfolge weitere, aber leider auch immer weniger erfolgreichere Sequels.

 

Blut für Dracula wurde übrigens back to back mit Rasputin gedreht, mit dem ziemlich gleichen Cast und in den gleichen Kulissen. Damit wurde versucht etwas die Kosten zu drücken und die Rolle des Rasputin hat sicherlich auch positiv auf Lees Bereitschaft eingewirkt den Grafen wieder zu beleben.

 

Eine Besonderheit die bei diesem Film immer wieder herausgestellt wird: Lee hat keinen Dialog im Film. Keine einzige Zeile, kein Wort spricht er, mehr als animalische Laute bekommt man nicht von ihm. Ich finde das grandios, tatsächlich den besten Kniff des ganzen Films. Es lässt ihn noch bedrohlicher und gefährlicher wirken.

 

Wie dieser Kniff zu Stande kam da kommt es darauf an welcher Seite man glauben möchte. Lee meinte die Dialoge waren so grausam das er sich weigerte sie zu sprechen, auf der anderen Seite meinte der Drehbuchautor es war von Anfang an geplant ihn so darzustellen. Egal was man hier glauben will, ich finde es grandios. Klar, Lee kann auch sehr gut einen Adligen oder Aristokraten spielen, aber hier wirkt er außerordentlich bedrohlich.

 

Er ist auch die größte Stärke des Films. Die Sets sind ordentlich (z.B. das Kloster) und der Film fühlt sich näher dem Lee-Original an als die späteren Sequels. Bei den Schauspielern fehlt ein überragender Charakter wie Cushing als Van Helsing der Lee das Wasser reichen kann. Barbara Shelley als Helen, Philip Lathem als Diener Klove stechen etwas heraus. Am besten finde ich Andrew Keir als eigenwilliger Pastor.

 

Die beiden Herren der Schöpfung die etwas als Identifikationsfigur dienen sollen, sowie die Blonde Dame sind nervig dargestellt. Auf die hätte man gerne verzichten können.

Der Film bietet ein paar Erinnerungswürdige Szenen, da denke ich vor allem an die Pfählung der sich in einen Vampir verwandelten Helen im Kloster, sowie die Wiedererweckung von Dracula durch seinen Diener in dem der eine Reisende kopfüber die Kehle aufgeschlitzt wird. Für heutige Verhältnisse natürlich nichts wildes mehr, damals musste die Szene mehrfach entschärft werden.

 

Der Film erreicht nicht ganz die Klasse des ersten Draculas (die ersten 30 Minuten ziehen sich etwas), aber es ist für mich das stärkste Sequel und ein klassischer Hammer Dracula, er hat ein paar klassische Elemente wie z.B. die auf einmal aufauchende führerlose Kutsche. 

Das Ableben von Lee ist etwas unspektakulär im Vergleich zu anderen Filmen, aber im nächsten Film Draculas Rückkehr wird direkt daran angeschlossen.

 

Fazit: Der zweitbeste Dracula von Hammer und vielleicht Lees bester Auftritt als Graf. Der Kniff das er keine Dialoge hat, funktioniert genial und lässt ihn noch bedrohlicher wirken. Die Protagonisten nerven etwas, dafür ist die typische Hammer Atmosphäre vorhanden und funktioniert.

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